Das Projekt

In der zugrunde liegenden Projektkonzeption soll kulturelle Bildung als interkulturelle Bildung verstanden werden in dem Sinne, dass durch die Gestaltung von Lehr- Lernarrangements im Rahmen kultureller Bildung der adäquate Umgang mit kultureller, sprachlicher und sozialer Heterogenität als Grundhaltung vermittelt werden bzw. erfahrbar sein soll.

Das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Nationalitäten und kultureller Hintergründe gehört zu den Realitäten der modernen Gesellschaften. Kulturelle Bildung kann dazu beitragen, dieses Zusammenleben als eine Chance für die Vergewisserung der eigenen und das Kennenlernen anderer Kulturen zu begreifen. Gerade in einer immer stärker zusammenwachsenden Welt wird kulturelle Bildung unverzichtbar. Nur wer die eigene kulturelle Identität reflektiert, kann dem anderen wirklich offen und ohne Ängste begegnen. Nur wer um die kulturelle Identität des Anderen weiß, kann dessen Handeln einordnen und verstehen.

Wenn es darum geht, Menschen mit Migrationshintergrund verstärkt an organisierte Prozesse des lebenslangen Lernens zu beteiligen, dann bietet sich eine Initiative im Bereich der kulturellen Bildung aus mehreren Gründen an:

  • Veranstaltungen der kulturellen Bildung sind traditionell niederschwellig, weil sie weniger Bildungs- und Sprachmächtigkeit verlangen als Veranstaltungen in anderen Feldern der Erwachsenenbildung/Weiterbildung.
  • Kultur verlangt per se die Auseinandersetzung mit dem vermeintlich "Fremden", jede kulturelle und künstlerische Äußerung ist "befremdlich" und distanzierend. Deshalb setzt kulturelle Bildung auch von vornherein auf Neugier und die Bereitschaft, andere Kultur kennen zu lernen. Kulturelle Bildung ist lernfähig für beide Seiten, die MigrantInnen ebenso wie die "Einheimischen".
  • Kulturelle Bildung bietet stärker als andere Formen der Erwachsenenbildung gute didaktische Möglichkeiten zu Eigenaktivität und Beteiligung. Sie erlaubt die Kreation neuer Lernumgebungen und kommt damit den Interessen von MigrantInnen entgeben, die den traditionellen Lernumgebungen möglicherweise eher skeptisch gegenüber stehen.

Das Projekt wurde gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Laufzeit: 1. August 2010 bis 28. Februar 2013

 

Interner LinkDie Abschlusspublikation ist im Mai 2013 erschienen. 

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