Präsentationstagung

Geringqualifizierte – Endlich Lernerfolg?
Präsentationstagung zu den Ergebnissen und Perspektiven des Projekts mekoFUN
Am 11. November 2014 lud die KEB Deutschland zur Präsentation der Ergebnisse des dreijährigen Forschungsprojekts mekoFUN (Metakognitiv fundiertes Lernen in der Grundbildung), gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), ins Bildungshaus St. Bernhard nach Rastatt ein. Das Wissenschaftliche Team unter Leitung von Prof. Dr. Arnim Kaiser, Universität der Bundeswehr München, stellte den anwesenden Projektbeteiligten und Interessierten von außerhalb die Ergebnisse vor:
Die Frage ‚Geringqualifizierte – Endlich Lernerfolg?‘ kann eindeutig mit ‚Ja‘ beantwortet werden. Metakognition hat sich nämlich als ein Lehr-/Lernarrangement erwiesen, das – wie bereits im Vorgängerprojekt KLASSIK bei älteren Adressaten – nun auch bei Geringqualifizierten zu Leistungssteigerung und zu Lernerfolg führt. Zum Beispiel nimmt die Informationsverarbeitungskompetenz bei Teilnehmenden mit Hauptschulabschluss in metakognitiv fundierten Bildungsmaßnahmen viermal so stark zu wie bei Teilnehmenden, die auf herkömmliche Art unterrichtet werden. Zudem wirkt eine metakognitiv fundierte Lernumgebung bis in die Tiefe der Persönlichkeit und erhöht nachweisbar die Kraft lernfördernder Faktoren.
Neben der Wirksamkeit der Neuen Didaktik ermöglicht mekoFUN auf der Basis einer Stichprobengröße von über 1.000 Personen auch Aussagen zum kognitiven Potential von Teilnehmenden in der Grundbildung: Nahezu zwei Drittel der am Projekt beteiligten ‚Geringqualifizierten‘ verfügen über durchschnittliche Intelligenzwerte, ein Viertel gehört sogar zur Gruppe der über- bzw. weit überdurchschnittlich Intelligenten. Nur knapp über 10% aller Teilnehmenden weisen unter- oder weit unterdurchschnittliche Intelligenzwerte auf. Damit stellt sich die Zielgruppe – entgegen einer verbreiteten Annahme – kognitiv als solide ausgestattet dar.
Da die gesamte Bandbreite der kognitiven Möglichkeiten häufig innerhalb einzelner Kurse repräsentiert ist, geraten Kursleitende mit Blick auf die Planung und Durchführung ihrer Maßnahmen in gewisse Spannungen, die nicht so ohne Weiteres aufzulösen sind. Neben einem methodisch-didaktischen Gegensteuern scheint eine Erhöhung der personellen Ressourcen auf Seiten der Lehrenden dringend notwendig.
Die KEB Deutschland wird – erneut in Kooperation mit der Universität der Bundeswehr München, mit dem bisherigen wissenschaftlichen Team unter Leitung von Prof. Dr. Kaiser und gefördert vom BMBF – mit Beginn des kommenden Jahres ein neues dreijähriges Forschungsprojekt in Angriff nehmen. Dessen Ziel ist es, ein Basiscurriculum zum metakognitiv fundierten Lehren und Lernen in der Grundbildung zu entwickeln (mekoBASIS). Das Curriculum besteht aus mehreren Modulen. Deren Tragfähigkeit wird von den am Projekt beteiligten Kursleitenden, unterstützt von bewährten Multiplikatoren, im Sinn formativer Evaluation praktisch erprobt. Damit ist die Grundlage für das zweite Element des Projekts geschaffen: die Erstellung eines empirisch gestützten Konzepts zur Qualifizierung von Kursleitenden im Umgang mit metakognitiv fundiertem Lernen.
Nähere Informationen zu den Projektergebnissen von mekoFUN wie auch zu den Möglichkeiten der Mitarbeit bei mekoBASIS erhalten Sie von der Projektkoordinatorin Astrid Lambert. Kontakt: KEB Deutschland, Tel. 0228/90247-15, Interner Linklambert@keb-deutschland.de

 

 

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