Konzeption und Zielsetzung

Im Unterschied zu anderen Fortbildungskonzepten geht das Projekt weniger von einem Defizit- als von einem Kompetenz-Modell aus, also von der Annahme, dass Kursleitende aus einer mehr oder weniger gelingenden Praxis kommen, die es zu reflektieren, anzureichern und zu modifizieren gilt. Die Arbeit mit Videofällen ermöglicht eine Integration von erziehungswissenschaftlichem Wissen und beruflicher Erfahrung. Diese Integration verringert das Risiko, dass erworbenes Wissen "träge" bleibt und keine Folgen für pädagogisches Handeln hat.

Im Mittelpunkt des Fortbildungskonzeptes steht deshalb die Arbeit mit authentischen Fällen aus der Erwachsenenbildungspraxis, die unter Mitwirkung von erfahrenen Fachkräften didaktisch aufbereitet und in computeruntertützte Lernumgebungen integriert werden. Instruktionale Hilfen sollen eine intensive und gezielte Fortbildung unter hoher zeitlicher und örtlicher Flexibilität gezielt fördern.

Auf der Basis sozusagen "kanonisierter" Fälle ist zu erwarten, dass die pädagogische Fortbildung der Lehrenden in der Erwachsenenbildung einerseits an Praxisnähe, Lebendigkeit und Attraktivität gewinnt - also mehr Lehrende als bislang erreichbar an Fortbildung teilnehmen -, andererseits auf mittlere Sicht Standards für die Qualifizierung der Kursleitenden etabliert werden können. Geht man davon aus, dass diese an sich wünschenswerte Standardisierung bisher wegen des Fehlens eines abgesicherten und für die pädagogische Praxis erforderlichen Professionswissens nicht zustande gekommen ist, so ersetzt die Fallsammlung in Verbindung mit dem interpretativen Material diesen Wissensfundus und schafft einen neuartigen Lernquellenpool (Fall-Laboratorium), auf den die Pratiker nicht nur rezeptiv, sondern unter Einbeziehung und Anwendung ihres Praxiswissens antworten können. So hält das Fall-Laboratorium didaktisch aufbereitete Videofälle aus dem gesamten Bereich der Erwachsenen- und Weiterbildung  vor, ist im Sinne des Web-2.0-Prinzips aber auch offen für Videodokumentationen, die von Praktikern selbst eingestellt werden.

Dazu tragen auch im Projekt entwickelte Handreichungen für die Leiter/innen von Fallarbeitsseminaren sowie Manuale zur technischen Dokumentation  und zur didaktischen Aufbereitung pädagogischer "Fälle" bei, die auch unter den gegenwärtig eingeschränkten Arbeitsbedingungen der Erwachsenenbildung/Weiterbildung leicht kopiert werden können.

 

 

 

 

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