Projektdesign und -ablauf

Das Projekt mekoFUN® teilte sich in folgende Arbeitsphasen:

Phase 1 – Qualifizierung (April bis Dezember 2012)

Kursleitende aus dem Bereich der Grundbildung wurden zur Mitwirkung in der Versuchsgruppe gewonnen. Sie und die dahinter stehenden Versuchseinrichtungen formierten sich auf regionaler Ebene zu Entwicklungszentren. Diese Zentren leitet jeweils ein Moderator/eine Moderatorin, der/die bereits am Projekt KLASSIK teilgenommen hatte. Er/sie unterstützte und coachte die Kursleitenden bei der Umsetzung der metakognitiv fundierten Didaktik und bei der konkreten Durchführung der wissenschaftlichen Begleituntersuchung (Performanztest, schriftliche Befragung, Intelligenztest, narrativ-fokussierte Interviews).
Parallel dazu wurden Vergleichskurse gewonnen, in denen die Erhebungsinstrumente ebenfalls zum Einsatz kamen, das Konzept mekoFUN® aber keine Anwendung fand. Das heißt, in dieser Gruppe wurde die Kursarbeit nicht metakognitiv fundiert gestaltet, sondern lief wie gewohnt ab.
Die Qualifizierung der Kursleitenden aus der Versuchsgruppe fand in zwei Qualifizierungstagungen statt. Unterstützend begann parallel dazu die Arbeit in den Regionalen Entwicklungszentren. Die Kursleitenden waren so zum Ende des Jahres 2012 mit dem Ansatz metakognitiv fundierter Bildungsarbeit vertraut. Sie konnten ihn in der 2013 beginnenden Kursarbeit umfassend umsetzen, hatten dementsprechende Strukturplanungen entwickelt und in Simulationseinheiten erprobt. Das Repertoire metakognitiver Techniken stand ihnen zur Verfügung.

Phase 2 – Feldversuch Teil 1 (Januar bis Juli 2013)

Am ersten Feldversuch nahmen insgesamt 289 Teilnehmenden in den Kursen der Versuchsgruppe teil. Hier wurde konsequent nach dem Ansatz von mekoFUN® gearbeitet. Parallel dazu fand die Arbeit in den Kursen der Vergleichsgruppe mit 291 Teilnehmenden statt – hier ohne metakognitiv fundierten Unterricht. Die Kurse dauerten in der Regel ca. drei bis vier Monate. Das wissenschaftliche Instrumentarium umfasste Performanztests in Form von problemhaltigen alltagsnahen Aufgaben, die Erhebung lernrelevanter Einstellungen und Muster mittels Fragebogen (beides jeweils am Anfang und am Ende der Kurse) sowie einen Auszug aus einem kulturfreien Intelligenztest am Anfang. Zusätzlich wurden am Kursende narrativ-fokussierte Interviews mit einzelnen Teilnehmenden aus der Versuchsgruppe geführt. Bei deren Auswahl wurde auf eine möglichst große Variationsbreite in den Kriterien Geschlecht, Alter, Schulbildung, Leistungsstärke geachtet.
Zum Ende dieser Phase war es möglich, erste Zwischenergebnisse zu veröffentlichen. Eine Tagung zur Zwischenevaluation mit den Projektbeteiligten fand im Juni 2013 statt.

Phase 3 – Feldversuch Teil 2 (August 2013 – März 2014)

Die Planung des zweiten Feldversuchs stützte sich im Wesentlichen auf drei zentrale Erkenntnisse, die sich den Daten des ersten Feldversuchs entnehmen ließen:
• Das kognitive Leistungsvermögen der Adressatengruppe ist merklich höher als bislang in der wissenschaftlichen Literatur angenommen.
• Die Teilnehmenden können daher mit deutlich schwierigeren Kursinhalten konfrontiert werden, als das in entsprechenden Maßnahmen üblicherweise der Fall ist.
• Geringqualifizierte weisen ein Defizit in der Beherrschung transferierbaren Grundlagenwissens auf. Ihnen fehlen basale Kenntnisse zum analytischen Umgang mit den zentralen Medien der Informationsvermittlung, mit Text, Zahl und Bild.
• Die Erfahrungen des ebenfalls zweiphasig angelegten Forschungsprojekts KLASSIK deuteten darauf hin, dass der Erfolg metakognitiv fundierter Bildungsarbeit auch von der – nach der ersten Phase zunehmend – sicheren Anwendung der Neuen Didaktik durch die Kursleitenden abhängt.
Deshalb bot es sich an, die zweite Erhebungsphase gezielt auf der Basis dieser Erkenntnisse zu konzipieren und optimierte Kurs- und Seminarkonzepte zu erarbeiten. An der zweiten Erhebungsphase waren ca. 700 Teilnehmenden in Versuchs- und Vergleichsgruppe beteiligt, das wissenschaftliche Instrumentarium änderte sich lediglich dahingehend, dass neben den Teilnehmenden auch Kursleitende aus den Versuchsgruppenkursen interviewt wurden.

Phase 4 – Datenauswertung und Veröffentlichung der Ergebnisse (April – Dezember 2014)

Nach Erfassung aller Daten erfolgten ihre Auswertung sowie die Erarbeitung von Schlussfolgerungen für die Bildungspraxis durch das wissenschaftliche Team.
Bei der Auswertung der Daten kamen sowohl quantitativ-statistische (Intelligenztestung, Fragebögen, Performanztest) als auch qualitative Methoden (Interviews, Strukturplanungen des Unterrichts) zum Einsatz und wurden aufeinander zugedacht. Durch diese Methodentriangulation war eine reichhaltige und tiefere Analyse der Daten möglich.
Neben der Veröffentlichung des Abschlussberichts als Buch wurden die Projektergebnisse im November 2014 im Rahmen einer eintägigen Abschlusstagung präsentiert.

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