Wissenschaftliche Begleitung

Ziele und Aufgaben der wissenschaftlichen Begleitung und Evaluation

Im Gesamtrahmen einer bildungspolitischen Programmatik übernimmt wissenschaftliche Begleitforschung im Projekt „lebens-wert? Lernort Gemeinde“ auf verschiedenen Ebenen und in unterschiedlichen Kontexten die Funktion eines reflexiven Mechanismus für innovative Weiterbildungspraxis. Eng verbunden mit diesen Unterstützungsleistungen sind Strukturhilfen, die zur zielführenden Verlaufssicherung im Sinne formativer Evaluation beitragen. Formative Evaluation, die ihre Ergebnisse direkt in den weiteren Prozess einspeist, mit ihren Dimensionen der System-, Prozess- und Produktevaluation wird hier als Konzept lernförderlicher Selbststeuerung verstanden.

In der übergreifenden Dimension der Systemevaluation werden Forschungsfragen relevant, die sich auf die Funktionsbestimmung von werteorientiertem Lernen  im Zusammenhang des Lebenslangen Lernens und Konzepten der Zivilgesellschaft beziehen. Wie können dafür notwendige Kompetenzen beschrieben und (durch Lernen) entwickelt werden und in welchem Verhältnis stehen „Gestaltungskompetenzen“ zu anderen Kompetenzvarianten? Bildungstheoretisch lässt sich hier Anschluss herstellen zu zivilgesellschaftlichen Ansätzen der Kompetenzentwicklung jenseits berufli-cher und betrieblicher Bildung.
Die Systemevaluation im engeren Sinne bezieht sich auf die Einbettung der Gestaltungsprojekte in den bildungspolitischen Zusammenhang, mit der Funktion, in den diskursiven Prozessen sowohl die Klärung der Ziele als auch die sich daran anschließende „Übersetzungsleistung“ zwischen Programmatik und Praxis der sich entwickelnden Projektgestaltung zu unterstützen, u.a. durch die Teilnahme an:
• der Projektsteuerungsgruppe
• dem „Runden Tisch partizipativer Konzeptentwicklung“
• der „Lernwerkstatt“
• der Erarbeitung des „Rahmenkonzepts“.
• der Beurteilung des Modellcharakters des Konzepts der „Lernprojektierung“

Die Dimension der Prozessevaluation ist im Kontext eines „zielgenerierenden Transformationsmusters“ (Schäffter 2001) erwartungsgemäß die umfangreichste. Hier geht es um das Verständnis formativer Evaluation als ein Unterstützungssystem im Sinne einer konzeptionellen Selbstanwendung des Prinzips erwachsenenpädagogischer Entwicklungsbegleitung. Die wissenschaftliche Begleitung unterstützt die Projektleitung bei der Etablierung eines sich selbst steuernden Systems, übernimmt dabei aber keine Leitungsfunktionen. Sie stellt im Rahmen ihrer Evaluationsinstrumente reflexive Beratungskontexte zur Verfügung, die im methodischen Zusammenhang mit ihrem Evaluationsansatz praktisch realisierbar sind.
So  begleitet, berät und evaluiert sie die einzelnen Multiplikatorenfortbildungen kontinuierlich, u.a. durch die Befähigung zur Selbstevaluation. Den einzelnen Projektstandorten wird eine zweimalige reflexive Entwicklungsbegleitung zur Verfügung gestellt.

Die Produktevaluation vollzieht sich als:
• unterstützende Systematisierung der Projektdokumentation,
• auswertende Evaluation der Multiplikatorenfortbildung,
und bezieht sich auf den Modellcharakter der Vorgehensweise des Projekts insgesamt. Die wissenschaftliche Evaluation umfasst allerdings nicht die kontextgebundene Wirkungsevaluation in den einzelnen Standorten.

Abschließend verfasst die wissenschaftliche Begleitung einen Bericht zu ausgewählten Aspekten. Der Bericht formuliert Forschungsdesiderate zu der Thematik wertegebundener Kompetenzentwicklung, beschreibt die Ergebnisse der Prozessevaluation der „selbst gesteuerten“ Multiplikatorenfortbildung und der konzeptionellen Selbstanwendung des Unterstützungssystems. Im Ergebnis skizziert sie die modellhaften Strukturen der projektspezifischen Vorgehensweise und ihre Entwicklungslo-gik.


Externer Link, ffnet in neuem FensterFelicitas von Küchler, Deutsches Institut für Erwachsenenbildung (DIE) Bonn
Externer Link, ffnet in neuem FensterProf. Dr. Ortfried Schäffter, Humboldt-Universität zu Berlin

Bonn / Berlin, im März 2007

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