Projekttagebuch

Dieses Tagebuch erzählt von dem, was in unserem Projekt auf Bundesebene passiert.
… und die aktuellsten Berichte haben wir eigens für Sie vorangestellt:

 

07.04.2009
Publikation zum Abschluss des Projekts liegt vor : "Lernort Gemeinde"

Die Publikation "Lernort Gemeinde. Ein neues Format der Erwachsenenbildung" liegt vor - hier können interessierte Leser Externer Link, ffnet in neuem Fensterschon einmal drin blättern und hier finden Sie weitere Interner LinkInfos und einen Link zum Online-Bestellformular

31.12.2008
Formaler Abschluss des KBE-Projekts

Am 31.12.2008 endet das KBE-Projekt "lebens-wert? Lernort Gemeinde" und seine Förderung durch das BMBF. NICHT endet die Arbeit an den Projektstandorten - im Gegenteil: hier geht die Saat immer weiter auf. NICHT enden die Arbeit mit dem Konzept und seine Verbreitung: Die Idee ist angekommen und hat viele angesteckt - auch über die Mitgliedseinrichtungen der KBE hinaus. Die redaktionellen Arbeiten an der Publikation "Lernort Gemeinde. Ein neues Format der Erwachsenenbildung" stehen kurz vor ihrem Abschluss; sie wird im W.Bertelsmann Verlag erscheinen. Sie sei hiermit schon einmal empfohlen als eine nachhaltige Investition.    

Allen Beteiligten, die das Projekt ermöglicht und zu seinem Erfolg beigetragen haben, auch von dieser Stelle noch einmal ein herzliches Danke - und viel Freude und Erfolg für die weitere Arbeit!

29.08.2008
Dokumentation der Perspektiv-Werkstatt (2. Fachtagung) online 

Auf nachdrückliches Bitten von Teilnehmerseite entstanden, ist die Interner LinkDokumentation der Perspektiv-Werkstatt "Lernort Gemeinde: ein neues Format institutioneller Erwachsenenbildung"zugleich als Dank an alle Mitwirkenden und als Anregung gedacht: Sie richtet sich an all jene Weiterbildner(innen) und Weiterbildungseinrichtungen, die auf der Suche sind nach zukunftsfähigen Konzepten für die eigene Arbeit vor Ort in ihren Gemeinden und die sich öffnen (wollen) für alltagsgebundene werteorientierte Ansätze eines Lernens im Lebenslauf, von denen sich an den sieben Projektstandorten Menschen aus unterschiedlichsten sozialen Milieus und verschiedensten Generationen (haben) ansprechen lassen.

Mit einem Klick auf einen der Beiträge in der Interner LinkÜbersicht lässt sich (noch einmal) nachlesen, welche Eckpunkte das Format „Lernort Gemeinde“ kennzeichnet, wie ein Professor dazu kommt, Parallelen zwischen „Lernort Gemeinde“ und der ARD-Tatort-Serie aufzuzeigen, wie aus der Leitfrage „Was ist mir etwas wert und was ist es mir wert?“ eine zentrale Schlüsselfrage geworden ist und weshalb eine Kollegin überzeugt ist, dass es nach "Lernort Gemeinde" kein „zurück“ mehr geben kann -  u.v.ä.m.  

05./06.06.2008
Perspektiv-Werkstatt "Lernort Gemeinde: ein neues Format institutioneller Erwachsenenbildung?"

Aufbruchstimmung gehörte zu den wesentlichen Merkmalen der Perspektiv-Werkstatt „ ‚Lernort Gemeinde’ ..." ebenso wie gespannte Aufmerksamkeit, engagierter Erfahrungsaustausch und theoretische Diskussionen auf hohem Niveau. Die zweite Fachtagung des KBE-Projektes „lebens-wert? Lernort Gemeinde“, zu der sich rund 100 Teilnehmende aus Weiterbildungseinrichtungen und –verbänden sowie aus Politik und Verwaltung angemeldet hatten, war bewusst nicht als „Abschlusstagung“ sondern als Perspektiv-Werkstatt konzipiert. Im Zentrum standen Zwischenergebnisse aus der Projektarbeit auf Bundes- und auf Standortebene, vielfältige Formen der Konzeptrealisierung, ein reicher Erfahrungsschatz und mit der Frage nach den Charakteristika des Formats „Lernort Gemeinde“ auch die nach den Möglichkeiten, die sich damit für die Weiterbildung auftun, nach Voraussetzungen, Auswirkungen und Grenzen seiner Übertragung.

Auf die Begrüßung durch den KBE-Bundesgeschäftsführer, das Grußwort von Frau Dr. Schubert (BMBF), in welchem sie dem Ansatz von „Lernort Gemeinde“ als einem besonderen Beitrag zum Lebenslangen Lernen und zur Bildung für nachhaltige Entwicklung möglichst weite Verbreitung wünschte, und auf die Einführung der Projektleiterin in die Grundlinien des Projekts folgte eine bunte Mischung von (Lern-) Settings. Diese waren – wie das Gesamtprojekt – auf Partizipation und Teilhabe, einem der zentralen Werte von Lernort Gemeinde ausgelegt. „Honig saugen und Honig spenden“ lautete dementsprechend das Motto, unter welchem die Tagungsteilnehmenden, spürbar engagiert, aus ihren jeweiligen Blickwinkeln und vor dem Hintergrund ihrer eigenen Rahmenbedingungen die Chancen und Möglichkeiten und damit die Zukunftsfähigkeit von „Lernort Gemeinde“ ausloteten und mit eigenen Anregungen zugleich beförderten. Es war als sei ein wenig von der „Erotik des Lernens“ und dem „Bildungseros“, die ein Teilnehmer in der Lernwerkstatt erfahren hatte, nun auch auf die Fachtagung „übergeschwappt“.

„Werte machen Beine“: Zusammen mit dem Format-Begriff, den Prof. Schäffter zum Vergnügen der Teilnehmenden mit einem medientheoretischen Querverweis auf das TV-Format der „Tatort-“ Serie einführte, und „Lernort Gemeinde“, hier in seiner doppelten Bedeutung als innovatives Erwachsenenbildungskonzept und als „Anlass“ und Impulsgeber für ein gemeinsames selbstbestimmtes Lernen und Handeln fand die Werteorientierung erneut das besondere Interesse des Fachpublikums. „Was ist mir etwas wert? Was ist mir so wichtig, dass ich meine Zeit und Energien dafür einsetzen möchte?“ – diese Frage, von Martin Thomé den Teilnehmenden der ersten Fachtagung als Leitfrage mit auf den Weg gegeben, hat sich seither in der Praxis des Projektes zu einer Art Schlüsselfrage entwickelt – zu einer Frage, die Menschen aus den unterschiedlichsten sozialen Milieus Orientierung gibt und sie gleichzeitig als wichtige Quelle der Motivation zu Engagement und Lernen / Kompetenzentwicklung beflügelt.

Wird die Arbeit an den verschiedenen Standorten auch nach Projektende und damit dem Wegfall der finanziellen Förderung durch das BMBF fortgeführt werden (können)? Für auf Innovation ausgelegte Projekte ist diese regelmäßig gestellte Frage eine wichtige Nagelprobe. So unterschiedlich die Ansätze, wie das Basiskonzept von Lernort Gemeinde in den verschiedenen Projektstandorten realisiert worden ist, so vielfältig sind auch die vorgestellten Wege, auf welchen das Projekt jeweils seine Fortsetzung finden und weiterwirken wird – bis in die unterschiedlichen Verbandsstrukturen und deren Weiterentwicklung hinein . An zwei Standorten haben sich bereits neue finanzielle Förderer gefunden – in einem Fall ist die Kommune, in einem anderen Fall die Bildungseinrichtung selbst so von dem Konzept überzeugt, dass sie die Finanzierung für weitere zwei bzw. drei Jahre übernommen haben. Auch Eugen Gehlenborg, Vertreter des niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, zeigte sich sehr angetan von „Lernort Gemeinde“: „Solche Edelsteine brauchen nun noch die richtige Fassung!“ Wie eine solche „Fassung“ etwa in Form neu angepasster finanzieller Förderstrukturen konkret aussehen könnte, daran werde, so Gehlenborg, gerade in seinem Ministerium gearbeitet – ein Hinweis von der Länderseite, die alle im Plenum noch einmal besonders aufhorchen ließ. 

20.04.2008
Die Projektidee zieht Kreise

Das Interesse am Projekt zieht immer weitere Kreise – auch über Deutschlands Grenzen hinaus. Die Anfragen kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen – hier nur 3 Beispiele:
Eingeladen in einen Workshop der Hochschule für öffentliche Verwaltung (Ludwigsburg) macht eine Projektmitarbeiterin gleich zu Beginn des Jahres angehende KommunalbeamtInnen in Baden-Württemberg mit dem werteorientierten  Partizipation fördernden Ansatz von „Lernort Gemeinde“ bekannt. Zwei Monate später stellt ein anderer Projektmitarbeiter das Projekt auf der jährlichen Regionalkonferenz des Landes Salzburg und der AG Salzburger Erwachsenenbildung vor – und Ende März wird die Projektleiterin 1,5 Std. lang zum Thema „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) interviewt. Ihre Antworten sollen mit in ein Gutachten einfließen, das Teil der Basis sein wird  für den Fortschrittsbericht der Bundesregierung zur BNE.


29.02.2008
Fachtagung ausgebucht

Mit dem Tag des Anmeldeschlusses ist die Perspektiv-Werkstatt „Lernort Gemeinde: ein neues Format institutioneller Erwachsenenbildung?“ ausgebucht, um genau zu sein: „überbucht“. Ein Anruf beim Tagungshaus und das Kontingent kann noch etwas aufgestockt werden – und ein bisschen „überbuchen“: das Risiko müssen wir einfach der Sache wegen eingehen. Die, die sich jetzt noch anmelden, werden mit einem Platz auf der Warteliste vertröstet. 


20./21.02.2008
5. Sitzung des Runden Tisches im KSI in Bad Honnef

Gerade hat ein Mitglied des Runden Tisches laut darüber nachgedacht, was das Projekt wohl mit den beteiligten Erwachsenenbildungseinrichtungen und  Verbänden (insgesamt) macht - schon ist es um eine Aufgabe reicher: „Wollen Sie nicht zu genau dieser Fragestellung einen eigenen kleinen Beitrag schreiben?!!“ Und wie hier bei dieser Thematik „schlägt“ die Projektleiterin gleich mehrfach „zu“: Im Zentrum der vorletzten Sitzung des Runden Tisches stehen konzeptionelle Überlegungen für die geplante Publikation zum Abschluss des Projektes: Zu welchem Zweck soll es diese Veröffentlichung geben, wer werden dementsprechend ihre LeserInnen sein, welche unterschiedlichen Zugänge zu solcherart Veröffentlichungen lassen sich prinzipiell unterscheiden, wie gehen wir selbst damit um  – und welche konzeptionellen Konsequenzen ergeben sich daraus: inhaltlich, ästhetisch, mit Blick auf  Struktur/ Aufbau?

Erste strukturell-inhaltliche Vorüberlegungen gab es bereits in einer Projektsteuerungssitzung und im letzten Lernwerkstatt-Workshop.  Hieran anknüpfend haben in einer internen Vorbesprechung die Lernwerkstatt-VertreterInnen am Runden Tisch (Teilnehmende und Leitung) sowie Prof. Schäffter als Vertreter der wissenschaftlichen Begleitung Leitfragen in Form einer Mind-map gesammelt; zusammengenommen soll(en) sie als eine Art „roter Faden“ für die VerfasserInnen der Projektstandort-Beiträge im Praxisteil der Publikation dienen. Jetzt kommt das Konzept für die Standortdarstellung auf den Prüfstand: „(Wie) Passt es in das Gesamtkonzept?“ – die ExpertInnen des Runden Tisches sind heute nicht „nur“ kreative IdeengeberInnen gefragt; als potenzielle LeserInnen bilden sie gleichzeitig ein wichtiges Korrektiv.

Auch eine erste Idee für die ästhetische Gestaltung wurde in der Vorbesprechung entwickelt; die Projektleiterin stellt sie am Runden Tisch zur Diskussion: zentrale Begrifflichkeiten aus dem Projekt wie „Gestaltungskompetenz“, „Sozialraumorientierung“ u.ä. sollen künstlerisch umgesetzt werden und künftig als markante "Eye-Catcher" das Interesse der LeserInnen wecken. Bleibt die Frage: wer soll diese Umsetzung, die zugleich eine anspruchsvolle Form der Übersetzung darstellt, übernehmen? Zwei Alternativen stehen im Raum: ein Auftrag an Hermann J Kassel, den Künstler, der am Runden Tisch das Projekt begleitet – oder aber: es finden sich unter den Mitwirkenden der Lernwerkstatt genügend Interessierte, die sich selbst der Herausforderung stellen, in einem professionell angeleiteten Druck-Workshop, die ausgewählten Begriffe soweit zu abstrahieren und „auf den Punkt“ zu bringen, dass sie sich mit einem einfachen Druckverfahren ähnlich dem Linoldruck ausdru(e)cken lassen. Die Verantwortliche für den Projektstandort Weeze, von der dieser Vorschlag stammt, hat mit diesem Verfahren schon viele positive Erfahrungen gesammelt – auch in der eigenen Projektwerkstatt mit den Teilnehmenden aus Weeze und Aldekerk: sie haben den Begriff „Wert(e)“ mit „Herzensangelegenheiten“ übersetzt und dazu beeindruckende Drucke gestaltet. Beide Alternativen klingen verlockend – und damit wächst die Spannung, welche in den nächsten Wochen den „Zuschlag“ erhalten wird.

 

… und so ging’s los (das Tagebuch in chronologischer Reihenfolge):

01.01.2006 
Projektstart

Start des auf insgesamt 3 Jahre angelegten Projekts „lebens-wert? Lernort Gemeinde. Ansätze einer Bildung für nachhaltige Entwicklung“


11.01.2006 
1. Sitzung Projektsteuerungsgruppe

Die Projektsteuerungsgruppe trifft sich zu ihrer konstituierenden Sitzung in Bonn.


22. /23.03.2006 
Klausur Projektsteuerungsgruppe

Die Projektsteuerungsgruppe begibt sich im KSI in Bad Honnef in Klausur. Ihr Ziel: interne Klärung grundlegender Begrifflichkeiten


1. Aprilwoche 2006 
Einladung zur Mitwirkung

Eine Interner Linkbundesweite Ausschreibung wendet sich an alle Einrichtungen der Katholischen Erwachsenenbildung. Bewerbungsfrist: 15.05.2006. 


17./18.05.2006 
Konstitutierende Tagung des Runden Tisch auf Bundesebene

Der Start-up-Workshop des Runden Tisch, einem Think tank für das Projekt, führt die Projektsteuerungsgruppe mit ExpertInnen aus verschiedenen Disziplinen im GSI in Bonn zusammen. Mit von der Partie ist auch ein Vertreter einer Erwachsenenbildungseinrichtung, der als Teilnehmender an der geplanten Multiplikatorenfortbildung auf Bundesebene mitwirken wird. (Nach der Entscheidung über die Standortauswahl wird die Lerngruppe zwei weitere Teilnehmende an den Runden Tisch delegieren.)
Zentrale Aufgabe des Workshops ist die (Weiter-) Entwicklung eines Rahmenkonzepts für das neue KBE-Projekt - zusammen mit den künftigen Lernenden.


Mitte Mai bis Ende Juli 2006 
Mehrstufiges Auswahlverfahren

Das Interesse am Projekt ist sehr groß; 14 Institutionen allein aus dem Bereich der Kath. Erwachsenenbildung haben offizielle Bewerbungen eingereicht – doppelt so viele wie Plätze in dem Projekt zu vergeben sind.
Die nun notwendige Auswahl erfolgt in drei Schritten:
(1) Versand/ Beantwortung eines vertiefenden Fragebogens „Annäherungen“


09.06. und 06.07.2006 
Informations- und Auswahlworkshops

(2) Die Auswertung der Fragebögen und zwei Informations- und Auswahlworkshops im Maternushaus in Köln dienen dem gegenseitigen persönlichen Kennenlernen von Projektverantwortlichen und BewerberInnen aus interessierten Erwachsenenbildungseinrichtungen. Die Projektleiterin erläutert noch einmal das Projektkonzept und hebt dabei zusammen mit Zielsetzungen und geplanter Arbeitsweise (u.a. Prinzipien des selbstorganisierten Lernens) die besonderen Erwartungen und Anforderungen an die Mitwirkenden hervor.


26.07.2006 
3. Sitzung der Projektsteuerungsgruppe: Auswahlentscheidung

(3) In ihrer dritten Sitzung trifft die Projektsteuerungsgruppe die endgültige Entscheidung über die Auswahl der Beteiligten (vgl. Interner Linkbeteiligte Einrichtungen). Darüber hinaus diskutiert sie den Entwurf eines Projektflyers und klärt dabei weitere konzeptionelle Grundsatzfragen.


Mitte August 2006
Projektflyer und Internetauftritt

Zur besseren Information der breiten Öffentlichkeit wird ein eigener Interner LinkProjektflyer aufgelegt und der Internetauftritt überarbeitet und nutzerfreundlicher gestaltet. Das Projekt erhält eine eigene Internetdomain und ist seither auch direkt unter Externer Link, ffnet in neuem Fensterwww.lernortgemeinde.de zu erreichen. Gibt man diese Adresse ein, wird man ohne weiteres Zutun auf die entsprechenden Seiten auf der KBE-Homepage Externer Link, ffnet in neuem Fensterwww.kbe-bonn.de umgeleitet. 


30./31.08.2006 
2. Sitzung des Runden Tisch

In seiner zweiten Zusammenkunft im KSI in Bad Honnef widmet sich der Runde Tisch schwerpunktmäßig der konzeptionellen Planung der Lernwerkstatt – und hier insbes. dem 1. Workshop. Darüber hinaus werden erste Anregungen gesammelt für die Gestaltung der 1. Fachtagung im Januar 2007.
  

Mitte September bis Ende Oktober 2006 
Planung der 1. Fachtagung

Bei der konzeptionellen Planung sowie bei der Suche nach geeigneten ReferentInnen für die 1. Fachtagung wird die Projektleiterin von einer Kleingruppe, bestehend aus mehreren Mitgliedern des Runden Tisches tatkräftig unterstützt. Als offizielle Kooperationspartner für die Veranstaltung werden das Katholisch-Soziale Institut (KSI) in Bad Honnef (Externer Link, ffnet in neuem Fensterwww.ksi.de) sowie die Bayerische Verwaltungsschule (Externer Link, ffnet in neuem Fensterwww.bvs.de) gewonnen. Weitere Unterstützung erfährt das Projekt u.a. durch die Öffentlichkeitsarbeit der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt); sie ist das von Städten, Gemeinden und Kreisen gemeinsam getragene Entwicklungszentrum des kommunalen Managements (Externer Link, ffnet in neuem Fensterwww.kgst.de


08.-10.11.2006 
Start-Workshop der Lernwerkstatt auf Bundesebene

Der 1. Workshop der Lernwerkstatt im GSI in Bonn führt Erwachsenenbildungstandems (haupt- und nebenamtliche MitarbeiterInnen) aus den beteiligten sieben Erwachsenenbildungseinrichtungen zusammen. Zum Einstieg in die gemeinsame Arbeit ruft die Projektleiterin noch einmal Vision/ Zielsetzungen, Aufgaben- und Themenschwerpunkte des Gesamtprojekts sowie den didaktischen Ansatz/ die geplante Arbeitsweise innerhalb der Lernwerkstatt in Erinnerung. Verschiedene methodische Impulse regen die Mitwirkenden zur Auseinandersetzung mit eige-nen Werten und zum dialogischen Austausch über die individuellen Werteorientierungen an.

Dem selbstorganisierten Lernen in der Gruppe (SOL) kommt in der Lern-werkstatt mit Blick auf die angestrebte Bildung für eine nachhaltige Entwicklung zentrale Bedeutung zu: als übergreifendes Prinzip des didaktischen Ansatzes der Lernprojektierung ist es einer der roten Fäden, die das Projekt von Anbeginn durchziehen. So laden Annette Mörchen (Projektleiterin) und PD Dr. Elisabeth Bubolz-Lutz (externe Referentin), die die gesamte Lernwerkstattreihe als Tandem begleiten werden, bereits zu Beginn des 2. Tages nach einer kurzen Einführung in zentrale Fragestellungen des SOL die Teilnehmenden ein,  in einem gemeinsamen (Gruppen-) Klärungsprozess über Zielsetzung, Aufgaben-/Themenstellung sowie methodische Vorgehensweise für den Tag zu entscheiden. Präsentation und Austausch über die Ergebnisse der Kleingruppenarbeiten (kollegiale Beratung etc.) sowie die abschließende Reflexion am Ende des Tages sprechen für eine sehr hohe Motivation und Arbeitsintensität der Gruppe. Am 3. Tag, zum Abschluss des Workshops, nehmen die Mitwirkenden u.a. ein „Starter-Kit“ auf den Nachhauseweg mit für die lokale Arbeit an den Projektstandorten: selbst definierte (Leit-) Visionen, genauere Vorstellungen von der (Erweiterung der) eigenen Rolle wie auch ganz konkrete „nächste Schritte“ für die kommenden Tage und Wochen.

Die konzeptionelle Planung der Lernwerkstatt auf Bundesebene erfolgt pro-zessorientiert – von Workshop zu Workshop. In einer Sammlung von Ideen und konkreten Vorschlägen der Teilnehmenden für die inhaltliche Füllung und Gestaltung der Folgeworkshops finden sich neben einer Reihe durchgängig zu behandelnder Fragestellungen auch solche Themen wie die unseres Umgangs mit der Zeit und seinen Folgen für unser Leben; von der Arbeit an solchen Inhalten erwarten sich die Teilnehmenden noch einmal ganz neue Impulse.

Mitte November 2006 
Einladung zur Fachtagung „L(i)ebens-wert! Lernort Gemeinde“

Die Einladung zur Fachtagung erfolgt bundesweiit via Internet (entsprechende Hinweise finden sich auch auf den Seiten der Kooperationspartner KSI und BVS sowie der KGSt) sowie mit einem bundesweiten Versand von Interner LinkTagungsflyern durch die KBE.

12.12.2006
Projektvorstellung Kommission Altenbildung

Die KBE-Kommission Altenbildung lädt die Projektleiterin ein, in ihrer Dezember-Sitzung zusammen mit Norbert Frieters und seinem KBE-Projekt „Generationen lernen gemeinsam: Nachhaltigkeit“ auch ihr eigenes Projekt „lebens-wert? Lernort Gemeinde. Ansätze einer Bildung für nachhaltige Entwicklung“ vorzustellen und zur Diskussion zu stellen. 

Dezember 2006 / Januar 2007
Vorstellung des Projekts auf den Seiten von agenda-service

Externer Link, ffnet in neuem Fensterwww.agenda-service.de, das Portal für lokale Nachhaltigkeit von agenda-transfer, stellt Informationsmaterial und andere Anregungen zu jeweils wechselnden Schwerpunktthemen zusammen. Im Dezember 06 / Januar 07 ist dies das Thema „Bildung“. Als eines von mehreren Projekten wird hier auch „lebens-wert? Lernort Gemeinde …“ einer breiten Internet-Öffentlichkeit vorgestellt.

10./11.01.2007
Fachtagung „L(i)ebens-wert! Lernort Gemeinde“

Die Resonanz auf die Einladung zur Fachtagung „L(i)ebens-wert! Lernort Gemeinde. Anstößiges rund um Werte, Gemeindeentwicklung und die (künftige) Rolle der Erwachsenenbildung“ ist ermutigend: fast 100 Anmeldungen von den verschiedensten Einrichtungen aus dem gesamten Bundesgebiet wie auch Hinweise auf die Veranstaltung in überregionalen Medien wie der Frankfurter Rundschau sprechen für ein großes Interesse an der Tagungsthematik (> Interner LinkTagungsprogramm).
Mit seiner Fachtagung führt das Projekt ErwachsenenbildnerInnen, GemeindevertreterInnen und -entwicklerInnen, BürgerInnen und Gemeindemitglieder sowie VertreterInnen des Bundesbildungsministeriums (BMBF) und des Bundesseniorenministeriums (BMFSFJ) zusammen.
Den Einstieg in die Tagung – das „Intro“ – bilden eine Stempel-Aktion (und –Edition) des Mechernicher Künstlers Hermann J Kassel „Ich bin wertvoll“ sowie eine Meditation zu Paul Klee „Rote Brücke“ (1928) mit Denkanstößen zum Thema „Lernort Gemeinde“. In einem lebhaften Dialog zwischen ReferentInnen und Plenum widmet sich die Veranstaltung in der Folge der Frage, was sinnvollerweise unter Werten verstanden werden kann, was Gemeinde l(i)ebens-wert sein lässt und auf welchen Werte-Fundamenten Kommunen und Kirchengemeinden stehen. Daran anknüpfend werden zentrale Werte der Erwachsenenbildung in den Blickpunkt gerückt und der Standort der Erwachsenenbildung, ihr Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung und Ansätze und Möglichkeiten einer werteorientierten Weiterbil-dung diskutiert.

Das Leitmotiv des zweiten Tages lautet: „Die Stärken stärken!“ Eingeführt und ansatzweise erprobt wird die Methode der „wertschätzenden Erkun-dung“ (appreciative inquiry AI). Als Großgruppenverfahren ein mögliches Instrument künftiger Gemeindeentwicklung soll sie die Teilnehmenden zu einem ressourcen-orientierten Blick auf das L(i)ebenswerte in ihren Gemeinden anregen. 
Den Abschluss der Tagung bildet ein visionärer Dialog zur „Erwachsenen-bildung als Hefe für nachhaltige Entwicklung in der Gemeinde“. In seinem Zentrum stehen „fünf Apostel der Erwachsenenbildung“ – Grundtvig, Goe-the, Brecht, Eberhard Meueler sowie der irische Schriftsteller und Lehrer Frank McCourt – mit jeweils einem für sie typischen Zitat: Genauso wie die Forderung „Aufklären statt Dahindämmern“ (Grundtvig) gehört ein „Lob des Scheiterns“ (Meueler) zu den zentralen Botschaften an das Projekt „lebens-wert? Lernort Gemeinde“, das hier stellvertretend für eine Erwachsenenbildung mit Zukunft angesprochen wird, und mit Goethe heißt es: „bedeutende Fördernis durch ein einziges geistreiches Wort“. 
 
Hier finden Sie eine Interner LinkGesamtdokumentation mit Tagungsrückblick und Einzelbeiträge  der Tagung zum Download!

11.01.2007
Sondersitzung der Lernwerkstatt

Wie am Ende des 1. Workshops der Lernwerkstatt von den Teilnehmenden verabredet, trifft sich die Lerngruppe unmittelbar im Anschluss an die Fachtagung zu einer kleinen Sondersitzung, um sich über den jeweiligen Entwicklungsstand an den sieben Projektstandorten zu informieren und auszutauschen. Zusätzlich entscheidet die Lerngruppe, wer sie am Interner LinkRunden Tisch auf Bundesebene vertreten soll und bestimmt als Schwerpunktthema für den nächsten Workshop „Sozialraumorientierung und Weiterbildung“. 

08.02.2007
Aufnahme in die AG "Außerschulische und Weiterbildung" der UN Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung

In ihrer ersten Sitzung im Jahr 2007 nimmt die Externer Link, ffnet in neuem FensterAG "Außerschulische und Weiterbildung" der UN Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung Annette Mörchen, Projektleiterin von "lebens-wert? Lernort Gemeinde", als offizielles Mitglied auf. Sie vertritt hier die KBE. 

28.02. – 02.03.2007
2. Lernwerkstatt

Eine Pinnwand bespannt mit Packpapier und darauf ein großzügig angelegtes Raster „Arbeitstage und Arbeitszeiten“ mit vielen freien Feldern signalisieren den Teilnehmenden gleich zu Beginn der Tagung:
Lernprojektierung und damit Selbstorganisation des Lernens in der Gruppe sind angesagt  - es liegt in Eurer Verantwortung, es hängt von Euren Fragestellungen, Interessen und Zielsetzungen ab, wozu Ihr die gemeinsame Zeit im KollegInnenkreis nutzt!
Als „sicherndes Geländer“ auf dem für die Teilnehmenden noch ungewohnten Terrain der Selbstorganisation des Lernens haben die beiden Workshop(beg-)leiterinnen 4 Kärtchen vorbereitet: sie stehen für je eine gemeinsame Reflexionseinheit zum Abschluss des 1. und 2. Arbeitstages, eine Planungseinheit und eine Einheit zur Gesamtreflexion am Ende des Workshops – und gehören als Teil der Rahmenbedingungen zum verbindlichen Pflichtteil.  Für den Vormittag des 2. Tages sind zwei Arbeitseinheiten mit Prof. Deinet (FH Düsseldorf) zum Thema „Sozialraumorientierung“ eingetragen. Thema und Experte gehen auf Vorschläge der Lerngruppe zurück.

Eine kurze Begrüßung mit Verweis auf das Zeitraster als möglicher Strukturierungshilfe und dann ein freundliches, aber bestimmtes „Jetzt seid Ihr an der Reihe“: die Interventionen des (Beg-) Leitungstandems beschränken sich auf ein Minimum. Solchermaßen auf sich selbst gestellt, versteht es die Lerngruppe sehr schnell, sich auf die eigenen Kompetenzen zu besinnen, die Moderationsaufgabe zu teilen (mehrfacher Wechsel) und in methodisch geschickten Arrangements die verschiedensten selbst gestellten (Lern-) Aufgaben anzugehen: Eine erste Runde „Berichte aus den Projektstandorten“ wird gleich mit der Aufgabe verknüpft, die Ausführungen jeweils mit aktuellen Fragen aus der Praxis vor Ort zu schließen. Es ergibt sich ein breites Themenspektrum, das die Lerngruppe in mehreren Teilschritten und in standortübergreifenden Kleingruppen angeht: die Frage z.B. nach dem „richtigen“  Maß an Selbst- und Fremdsteuerung, nach Möglichkeiten und „Instrumenten“, einen Prozess offen zu halten und einen zielgenerierenden Raum zu gestalten wie auch die Suche nach geeigneten Wegen, mit möglichen Konkurrenzen umzugehen.

Die engagierte Einführung von Prof. Deinet zu „Sozialraumorientierung“ und  „Sozialräumlichen Blick“ ist ein zentraler Baustein dieses Workshops. Kennzeichnend für den Deinet’schen Ansatz ist sein qualitativer Blick auf Sozialräume, hier verstanden als Aneignungs- und Bildungsräume und damit als Lebenswelten, in denen Kinder, Jugendliche und Erwachsene handelnde Subjekte sind. Die Lerngruppe nutzt die Anwesenheit des externen Experten,  
einen neuen Blick auf ihre Arbeitskonzepte zu werfen und sie exemplarisch am Beispiel von zwei unterschiedlich strukturierten Projektstandorten auf ihre Tragfähigkeit und mögliche Schwachstellen zu überprüfen. Später verabreden die Teilnehmenden, Externer Link, ffnet in neuem FensterHersbruck, die erste città slow (slow city) Deutschlands, im Folgeworkshop mit Methoden einer sozialräumlichen Lebensweltanalyse zu erkunden.

Ein „Blitzlicht“ am 1. Abend, und zwei ausführliche Reflexionsschleifen zum „Was“ (Ziele und Aufgabenschwerpunkte) und zum „Wie“ (selbstorganisiertes Lernen) zeigen, dass sich die Gruppe „auf Kurs“ befindet – und mit sehr viel Engagement dabei ist. Diskutiert wird jeweils bis in den späten Abend hinein: einige Unermüdliche nutzen selbst den gemütlichen Teil, um bei einem Glas Wein noch einmal (und diesmal ganz privat) mögliche Umgangsweisen mit der Wertefrage zu beleuchten - und so ist beim Abschied die Freude auf den nächsten Workshop groß.  

29./30.03.2007
3. Sitzung des Runden Tisch

Externer Link, ffnet in neuem FensterZikkurat, R 26, 2. Stock  – der Weg dorthin führt über einen knallroten Außenaufzug, durch lange Gänge vorbei an Fitnesscenter, Café-Bar – und immer wieder Kunst. Ein Klingeln – die Tür öffnet sich und gibt den Teilnehmenden des Runden Tisches den Blick frei auf einen 220 m2 großen Mikrokosmos ganz eigener Art: große südländische Kübelpflanzen, Pinsel, Klavier, Harmonium, Noten, Moniereisen, Bodenmalereien, Schweißgeräte, Schallplatten / CDs, raumhohe Regale, Farbeimer, Leinwände, ein PC – auf den ersten (bürgerlichen) Blick mutet dieser Ort seine BesucherInnen ein wenig exotisch an: das Externer Link, ffnet in neuem FensterAtelier von Hermann J Kassel, Teil einer alten Fabrikhalle in Mechernich, von ihrem Besitzer, einem Keramikfabrikanten, pfiffig umgewidmet in eine multifunktionale Externer Link, ffnet in neuem FensterKultur- und Freizeitfabrik.

Schon bei der Konzeption des Projekts hatte die Projektleiterin die Vorstellung, der Schaffensraum eines Künstlers könne ein reizvoller, ein wenig „exotischer“ und damit „kontrastiver“ Lernort Gemeinde sein – Anlass für sie, ganz gezielt einen Künstler mit an den Runden Tisch zu bitten. Später, in seinem konstitutierenden Workshop, hatten die Teilnehmenden ihren Künstler-Kollegen gefragt, ob sie eine der Sitzungen in seine Arbeits- und Lebenswelt verlegen und diese dabei ein wenig näher erkunden dürften.

Die Erwartungen sollten nicht enttäuscht werden:
Eine lange blanke Holz-Tafel, gesäumt von Stühlen in Leoparden- und Zebra- (Angreifer- und Opfer-) Look, an den Wänden zwischen verschiedenen bemalten Leinwänden 3 „jungfräuliche“ Flipchart-Bögen – was auf den ersten Blick wie eine künstlerische Installation wirkt, entpuppt sich als der Ort für den ersten, „konventionellen“ Teil der Sitzung, und in zwei großen Töpfen, im Kühlschrank und im Entrée auf einem Stahlwerktisch liebevoll arrangiert, findet sich all das, was der Mensch in kreativen Schaffenspausen an leiblicher Nahrung benötigt:
Der Gastgeber hat sich sichtlich viel Gedanken gemacht, sein Atelier und sein Umfeld für uns als „Möglichkeitsraum“ unseres „24-h-Workshop“ zu gestalten.

Die Tagesordnung beginnt ganz konventionell:
Rückblick auf Verlauf und Ergebnisse der 1. Fachtagung und des Starts der Lernwerkstatt-Reihe, Ausblick auf die nächsten Schritte, erste konzeptionelle Überlegungen zur Gestaltung der Abschlusstagung. In den Pausen zwischendurch immer wieder ein neugieriger Blick auf das Ambiente, die eine oder andere Frage an den Künstler zu seinem Werk – dann, nach einer kräftigen Stärkung, Beginn der dialogischen Auseinandersetzung mit dem Lernort Atelier: welche Lebenseinstellung wird hier vermittelt, welche Werte kommen hier zum Tragen – was macht es mit uns, wenn wir selbst angeregt werden, schöpferisch tätig zu werden – mit den Polymobiles des Künstlers zu „spielen“, anzustoßen und sich anstoßen zu lassen, einen Brief an sich selbst zu schreiben, der mit dem Kassel’schen „die Würde des Menschen ist tastbar“ beginnt, eine Zeichenfigur, die der Künstler der Gruppe an diesem Abend „schenkt“, mit Kreide und den verschiedensten Farben immer neu zu variieren. Am nächsten Tag dann eine Exkursion zu einer Galerie in der Nähe, in der Kassel gerade eine große Ausstellung hat. Wie Puzzle-Teile, die sich hier zusammenfügen lassen, wird jetzt vieles noch besser verständlich: langsam entwickelt sich ein erstes großes Gesamtbild, das sich im nächsten Augenblick wieder verändert – so wie vieles im Werk von Hermann J Kassel einem fortwährenden Wandel und damit auch der Vergänglichkeit ausgesetzt und unterworfen ist.  .

Manch einer aus der Gruppe wird in diesen zwei Tagen nachdenklich – beginnt über Sinn und Möglichkeiten des eigenen Lebens, des Projektes wie des gesellschaftlichen und politischen Systems und seiner Zukunft nachzudenken. In einem abschließenden Rückblick zeigen sich die Teilnehmenden ermutigt, „hinauszugehen und gezielt andere Lernorte zu erschließen“. Das Atelier war für sie nicht nur Verweilraum, sondern zugleich Aneignungsraum: für viele lag der Reiz und das Öffnende gerade in der Konfrontation mit (vermeintlicher) Fremdartigkeit – Neues, so das Fazit eines Teilnehmers, entstehe durch „cross-over-Effekte“. Voraussetzung ist, dass ausreichend Gelegenheit besteht, das wertzuschätzen, was an diesem Ort passiert – statt vorzeitiger inhaltlicher Festlegung ist ein weiter Rahmen und damit Öffnung gefragt für das, was an Menschen, Chancen und wertvollen Möglichkeiten begegnet. Ein wichtiger Impuls für die eigene Bildungsarbeit!

09.-11.05.2007
3. Lernwerkstatt-Workshop in Hersbruck

Wie sieht „die“ lebens-werte Gemeinde aus, wie fühlt sie sich an, welche typischen Charakeristika zeichnen sie aus? Ganz entgegen dem aktuellen Trend, immer weitere Lebensbereiche zu normieren bzw. zu zertifizieren, gibt es (noch?!) keine DIN oder ISO „l(i)ebens-werte Gemeinde“ – und so ist es an den Gemeinden selbst, die (Kriterien für eine)  Antwort zu finden. Keine leichte, aber eine umso zukunftsträchtigere Aufgabe – auch für die am Projekt beteiligten Standorte.

Externer Link, ffnet in neuem FensterHersbruck, „erste deutsche ‚città slow’ “ (slow city) und damit Mitglied des Externer Link, ffnet in neuem Fensterinternationalen „Netzwerks lebenswerter Städte“ – in den Ohren der lokalen Projektverantwortlichen klingt diese Auszeichnung verheißungsvoll. Begierig nach Anregungen, wie sich ein solcher gemeindlicher (Selbst-) Klärungs- und Entwicklungsprozess begleiten lässt, lesen Teilnehmende der Lernwerkstatt mit großem Interesse in einem Externer Link, ffnet in neuem FensterZeit-Dossier über die besondere Philosophie und damit verknüpfte Lebensqualität (in) dieser Stadt (vgl. auch den Externer Link, ffnet in neuem FensterTAZ-Bericht). Der Hinweis kommt für die Lerngruppe gerade rechtzeitig, um die knapp 13.000 Einwohner zählende Gemeinde, ca. 30 km östlich von Nürnberg, als Tagungs- und damit zugleich als Anschauungsort für den 3. Workshop der Lernwerkstatt zu wählen.

Ein Blick auf die Homepage von Hersbruck verrät: 1999 von vier italienischen Städten mit dem Ziel der Förderung nachhaltiger (Gemeinde-) Entwicklung gegründet, ist die internationale città slow-Bewegung eine Reaktion auf die Globalisierung. Zu ihren zentralen Anliegen gehört die Förderung Externer Link, ffnet in neuem Fensterregionaler (Wirtschafts-) Kreisläufe – (nicht nur) dazu verspricht Hersbruck anschauliche Beispiele wie z.B. „Externer Link, ffnet in neuem FensterHeimat auf’m Teller“, das besonderen Genuss signalisierende Leitmotto verschiedener Gastwirte, oder die Beheizung des modernen Hallenbades ausschließlich mit Hackschnitzeln (Dürrholz) aus der Region. Was sich hier so ideenreich anhört, will selbst erkundet werden: Die Motivation unter den MitstreiterInnen von „lebens-wert? ...“ ist groß, sich auf Entdeckungstour zu begeben und dazu in einem ganz normalen Gasthaus mitten im Herzen von Hersbruck einzuquartieren. 

Für die Strukturierung des Workshops orientieren sich die Teilnehmenden an dem bei der zweiten Zusammenkunft bewährten Muster (vgl.o.). Doch vor dem wechselseitigen up-date über  Highlights und Knackpunkte der jüngsten lokalen Entwicklungen in den Standorten und der gemeinsamen Arbeit an gemeinsamen Herausforderungen verlangt bereits der Tagungsort die Aufmerksamkeit der Besucher: das Mobiliar der (Gäste-) Zimmer im Gasthaus stammt  ebenso aus der Region wie der Fisch und all die anderen Gaumenfreuden, die die Köchin des Schwarzen Adler auf die Teller zaubert. „Città slow lebt davon, dass man alles wertschätzt, was die Region zu bieten hat“ wird am Folgetag der Bürgermeister zu den Kriterien des città-slow-Konzepts erläuternd ausführen und die Gruppe dazu einladen „sich Zeit zu nehmen, etwas zu betrachten, etwa die Geschichte der Stadt oder die Kunstwerke am Hersbrucker Skulpturenweg. Innehalten, nachdenken“, erklärt Plattmeier seinen Gästen die Bedeutung des „slow“, „das ist der Kern der città slow-Philosophie“. Da haben sie bereits die Gastfreundschaft als weiteres Merkmal der Gemeinde erfahren: die Lerngruppe, von der Leiterin des Touristbüros und dem Hausmeister vorbildlich unterstützt, darf während ihres gesamten Aufenthaltes die Sitzungssäle als Arbeitsräume nutzen.

Im Zentrum des Workshops steht die Begegnung mit Wolfgang Plattmeier, seit 1986 ohne Unterbrechung Bürgermeister von Hersbruck, und daran anschließend mit Rainer Wölfel, Geschäftsführer des Externer Link, ffnet in neuem FensterNaturschutzzentrum Wengleinpark, einem der Impulsgeber für die Regionalentwicklung. Wiewohl beide im Grunde das gleiche Anliegen verfolgen – den Aufbau nachhaltiger Strukturen – ist ihre Zugehensweise doch höchst unterschiedlich: Wölfel verwendet viel Kreativität und Energie darauf, mit einer konsequenten Bewusstseinsbildung bei Produzenten und Konsumenten die Menschen vor Ort als MitstreiterInnen für eine nachhaltige Regionalentwicklung zu gewinnen und zu vernetzen, d.h. eine Bewegung von unten anzustoßen und zu begleiten. Der Bürgermeister setzt hingegen eher auf den umgekehrten Weg. Für Plattmeier ist „Politik via Bewusstseinsbildung ein schwieriger Prozess“ und er zieht es deshalb vor, die (von ihm als Bürgermeister) „wohlverstandenen Interessen der Bevölkerung zu fördern“. Sein bevorzugter Ansatz ist, „città slow“ den BürgerInnen durch konkrete Vorhaben nahezubringen, d.h. Fakten zu schaffen, die der nachhaltigen Entwicklung dienen, und für diese dann ex post die notwendigen Mehrheiten und die notwendigen MitstreiterInnen zu gewinnen. 

Die sich anschließende Diskussion ist lebhaft: „Was, wenn der Ideenträger / die Leitfigur einmal geht? Wer trägt das Vorhaben weiter?“ und: „Haben Sie schon einmal daran gedacht, die Erwachsenenbildung als Partner zu gewinnen?!“ Die Teilnehmenden sehen vielfältige Möglichkeiten, die Bevölkerung gezielt in den Prozess der Gemeindeentwicklung mit einzubeziehen – und damit das città slow-Projekt in noch mehr Köpfen zu verankern und auf noch mehr Schultern zu verteilen. Als kleines Danke für den Beitrag des Bürgermeisters übergibt die Projektleiterin am Ende ein gebundenes Exemplar der Dokumentation ihrer 1. Fachtagung: „L(i)ebens-wert Lernort Gemeinde …“Interner Link – verknüpft mit einem Hinweis auf die darin enthaltenen Anregungen, wie sich in einer Gemeinde (mehr) Teilhabe anregen und fördern lässt.

Die Hersbrucker Lokalpresse verfolgt den Besuch der Lernwerkstatt-Gruppe mit Interesse. Von der Stadtverwaltung zu dem Gespräch mit dem Bürgermeister (mit-) eingeladen, kommt sie am Nachmittag dann noch einmal, um die ErwachsenenbildnerInnen bei ihrem (bereits im Vorfeld geplanten, s.o.) Streifzug durch die Gemeinde zu begleiten. Ausgerüstet mit DigiCam, Stift und Schreibblock, stark vergrößerten Stadtplänen, Styropor-Platten, Stecknadeln und einer gehörigen Portion Neugier nähern sich die Mitglieder der Lernwerkstatt der città slow aus verschiedenen selbst gewählten Perspektiven (Umsetzung der città slow-Kriterien, Lernorte, Formen der Aneignung des öffentlichen Raumes, Lebensmöglichkeiten für die verschiedenen Generationen u.ä.). Sich als ForscherInnen „ins Feld“ zu begeben und dabei gezielt auch auf Menschen zuzugehen, mit denen sie (bislang?!) in ihrem professionellen Alltag kaum in Berührung gekommen sind, macht den Beteiligten sichtlich Spaß: ihre Sozialraumanalyse von Hersbruck ergibt eine stattliche Sammlung von „Daten“ zu Treffpunkten von Jugendlichen, zu Barrieren und Teilhabe-Möglichkeiten, Vorzeigeorten und (einigen wenigen) „Schmuddel“-Ecken … - für die Vorstellung im KollegInnenkreis mit bunten Nadeln auf dem Stadtplan fixiert und in nachgestellten Interviews pointiert zusammengefasst.

„Città slow? Das habe ich noch nicht gehört“, zitiert die Hersbrucker Zeitung in ihrem ausführlichen Bericht über den Lernwerkstatt-Besuch eine 14-jährige Schülerin, die von zwei Erwachsenenbildnerinnen zu ihrer Heimatstadt befragt worden war. Wenn auch keineswegs repräsentativ, so bestätigt diese Äußerung doch die Einschätzung des Bürgermeisters, dass in Hersbruck „längst nicht alle“ um das Netzwerk lebenswerter Städte und seine Leitvorstellungen wissen. Doch den Mann an der Spitze ficht das nicht an – für ihn zählt vorrangig das, was er mit seiner Verwaltung für seine Bürgerinnen und Bürger auf den Weg gebracht hat. In Hersbruck treffen die Lernwerkstatt-Teilnehmenden mit Plattmeier und Wölfel auf zwei profilierte Protagonisten weit voneinander entfernter Demokratie-Verständnisse, wie sie in verschiedenen Abstufungen deutschlandweit vertreten sind. Politik-„Unterricht“, wie er packender kaum sein kann – und das „Spannungsfeld zwischen repräsentativer Demokratie und bürgerschaftlichem Engagement“, das sich, so eine Teilnehmende, hier deutlich auftut, hinterlässt die Lernwerkstatt-Gruppe recht nachdenklich. Vermutlich kein Zufall, dass sie für die Reflexion zum Abschluss des Workshops  „Beteiligung“ als Fokus wählt.  

19.06.2007
Sitzung Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE)

Teilnahme der Projektleiterin an der Sitzung der AG 4 „Perspektiven der lokalen Bürger(innen)gesellschaft“ im Innenministerium des Landes Rheinland-Pfalz in Mainz


11.-13.07.2007
4. Lernwerkstatt-Workshop im KSI (Bad Honnef) und im Atelier Kassel (Mechernich)

„Möglichkeits- und didaktische Ermöglichungsräume“,  „Rahmen(bedingungen)“, „(Umgang mit) Grenzen“, „Vertrauen, Loslassen“, „Selbstbestimmung“, „Vielfalt und Gemeinsames“ – am Abend des zweiten Tages ist die Überraschung der Lerngruppe deutlich spürbar: „Wir haben an den gleichen Themen und Fragestellungen gearbeitet!!“ Das freudige Erstaunen über die Übereinstimmung ist nachvollziehbar: vor knapp einer ¾  Stunde erst haben alle Teilnehmenden wieder zusammengefunden und das Externer Link, ffnet in neuem FensterAtelier von Hermann J Kassel in ihr „Plenum“ umgewandelt. Vorausgegangen sind am frühen Morgen eine Busfahrt in das Externer Link, ffnet in neuem FensterKulturzentrum Zikkurat, ein altes Fabrikgelände in Mechernich, und dort gut  sechs Stunden intensiver Gruppenarbeit, nach Themen getrennt. Die Aufgaben, die sich die Teilnehmenden im Vorfeld in Hersbruck (3. Workshop) nach einer lebhaften Diskussion für diesen Tag ausgewählt hatten, haben auf den ersten Blick wenig gemein: während die eine Kleingruppe sich der schöpferisch-praktischen Erschließung eines Ateliers als Lernort Gemeinde widmete, konzentrierte sich die andere auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Grundfragen selbstbestimmten bzw. –gesteuerten Lernens in Gruppen und dessen pädagogischer Begleitung.

Beim zweiten, genaueren Hinsehen zeigt sich, dass die Gleichartigkeit der Fragen und Themen, die sich beim Darstellen und Auswerten der Gruppenarbeitsergebnisse offenbart hat, mehr ist als ein glücklicher Zufall: wie ein kleiner roter Faden durchziehen sie das Projekt und begegnen den Mitwirkenden in verschiedensten Variationen immer wieder. So auch gleich am ersten Tag des Workshops:

Erste Selbstverortung und Vergleich der Standort-Projekte

Zur Vorbereitung auf das kollegiale Up-date über die Standortentwicklungen gibt es diesmal eine gemeinsame Grundlage in Papierform: gut drei Wochen vor der Lernwerkstatt hat die wissenschaftliche Begleitung ihr Versprechen eingelöst und ein Arbeitspapier rundgemailt, welches „Anregungen zur Selbstverortung und zum Vergleich der Standortprojekte“ anbietet. Es lädt die VertreterInnen der Standorte ein, kurz innezuhalten, um sich noch einmal intensiver mit den lokalen strukturellen Zugangsvoraussetzungen zu befassen und, daran anknüpfend, die eigene konzeptionelle Zugehensweise zu reflektieren. Im zweiten Schritt gilt es dann, das Standort-Projekt in einem Vier-Felder-Schema zu verorten, das die jeweiligen Zugehensvoraussetzungen und -weisen unmittelbar aufeinander bezieht. Mit seinen zwei Dimensionen unterscheidet das Schema mit Blick auf die sozialräumlichen Bedingungen zwischen dem Einnehmen einer „Binnen-“ und einer „Außenperspektive“ und hinsichtlich der „Einfädelungsstrategie“ zwischen dem Bereitstellen von „Kontexten reflexiven Lernens“ und der Förderung bürgerschaftlichen Engagements durch „praktische Ansätze von Strukturentwicklung“. 

Die Vorstellung und Diskussion der Selbstverortungen im Plenum ergibt eine große Bandbreite von Projektprofilen - Realisierungsvarianten dessen, was das KBE-Projekt „lebens-wert? Lernort Gemeinde“ in Gestalt seines Rahmenkonzept als „Ermöglichungsraum“ vorgibt: An einem Projektstandort ist es gelungen, über das Angebot eines moderierten Forums für einen intensiven (mehrmonatigen) Diskurs über existentielle Wertefragen eine feste Gruppe von 25 MultiplikatorInnen (inkl. Bürgermeister) zur Mitwirkung in der Projektwerkstatt zu gewinnen. Nach der Sommerpause wollen sie damit beginnen, das, was ihnen „etwas wert ist“ zusammen mit anderen (auch bislang unbeteiligten) BürgerInnen der Gemeinde in Form verschiedener Teilprojekte ganz praktisch anzugehen. An einem zweiten Standort wurde mit der Einrichtung einer Kontakt-, Ansprech- sowie Vernetzungsstelle der „alte“ Wunsch verschiedener BürgerInnen wieder aufgegriffen und unterstützt, sich für eine Verbesserung familiärer Rahmenbedingungen in ihrer Gemeinde zu engagieren und hier insbesondere für die Menschen etwas zu tun, die sonst mit ihren Anliegen und Ideen „durch das Netz fielen“. Die Räumlichkeiten von der Ortsverwaltung kostenlos in bester Lage mitten im Dorf zur Verfügung gestellt, hat sich diese Lokalität innerhalb kurzer Zeit zu einem niedrigschwelligen Möglichkeitsraum entwickelt. Hier geben sich Einzelne wie Gruppen, Alleinerziehende, Skater, Rentner u.ä. die Tür in die Hand, um einen Verbesserungsvorschlag einzubringen, sich zu vernetzen, notwendiges Know how und Anregungen zu holen, „Wie baue ich eine Gruppe auf?“, „Wie finde ich wo MitstreiterInnen?“, „Wie bringen wir die Verantwortlichen in der Gemeinde dazu, für uns eine Skaterbahn zu bauen?“. Zugleich finden die BesucherInnen hier grundlegende Orientierungshilfe; im Zentrum steht die Frage „Was ist Ihnen wirklich etwas wert, was an Einsatz ist es Ihnen wert und was brauchen Sie dazu an Unterstützung?“ – Wie diese beiden Projektansätze finden sich auch die übrigen in Bad Honnef skizzierten konzeptionellen Zugänge im Spannungsfeld zwischen wertebezogener Reflexion und wertegebundenem Handeln mit entsprechend unterschiedlichen Entwicklungsaufgaben in Richtung Anregung und Förderung von Strukturentwicklung, praktischer Umsetzung/ Selbstorganisation und/oder wertebezogener (Selbst-) Reflexion.

Eine Variante, die beiden Schwerpunktthemen des zweiten Tages – „kreative Erschließung des Lernort Atelier“ und „Grundfragen selbstorganisierten Lernens in Gruppen und dessen Begleitung“ – zu bearbeiten, wäre gewesen, gemeinsam mit der Lerngruppe nach didaktisch-methodischen Möglichkeiten zu suchen, die Themen zumindest in Teilen gemeinsam anzugehen. Eine solche Vorgehensweise hatte bereits ein Teilnehmer in Hersbruck vorgeschlagen und auch die jeweiligen ExpertInnen – der Künstler Hermann J. Kassel (Atelier) und Elisabeth Bubolz-Lutz und Annette Mörchen, die beiden Lernwerkstatt-(Beg-)Leiterinnen, von der Gruppe als ExpertInnen für das selbstorganisierte Lernen angefragt – hätten sich gut auf dieses für sie reizvolle Experiment einlassen können. Die Lerngruppe entscheidet sich jedoch mehrheitlich für einen getrennten Einstieg in die Arbeit und damit auch für einen theorieorientierten Zugang zum Themenbereich des selbstorganisierten Lernens – freilich mit der Option, nach der Mittagspause kurz zusammenzukommen und über die weitere Vorgehensweise noch einmal neu zu entscheiden.

Aus dem Möglichkeits- wird ein didaktischer Ermöglichungsraum: das Atelier Kassel 

Bei ihrem ersten Streifzug durch das Atelier fällt es vielen noch schwer, die Fülle und Verschiedenartigkeit der Eindrücke zu verarbeiten. (Mehr zum Atelier vgl. Tagebucheintrag 29./30.3.2007) Dann jedoch, im Gespräch mit dem Künstler, gewinnt das Ganze an Konturen. Hermann J. Kassel berichtet von seinem Leben als freischaffender Künstler, wie er gezwungen ist, seinen Arbeitsalltag und sein Leben zu strukturieren. Welch existentielle Bedeutung für ihn ein Rahmen besitzt – als Voraussetzung für sein eigenes Schaffen wie auch für seine Arbeit mit anderen Gruppen (Dt. Telekom u.ä.) Und bei genauerem Hinhören und –sehen, im Dialog mit dem Künstler und dann im „Zwiegespräch“ mit seinen Werken (etwa mit den zur Berührung verführenden Polymobiles) wird auch erkennbar, was Kassel persönlich wichtig, was seine Welt der Werte ist: Dialog, anderen Inspiration und Orientierung geben, anregen, „loszulassen“, die eigenen Grenzen als Individuum und in der Gruppe auszuloten und zu erweitern, sich mit der Prozesshaftigkeit, mit Entwicklung und Vergänglichkeit des Daseins auseinanderzusetzen. Die (ästhetische) Grenze zwischen Kunst und Betrachter zu überwinden. Anlässlich der 1.Fachtagung des Projekts hat er den Stempel „ich bin wertvoll“ editiert – als einen Denkimpuls, sich der eigenen (Mit-) Verantwortlichkeit für das Geschehen in der Welt zu stellen. 

Neben der Auseinandersetzung mit dem Künstler und seiner LebensART ist es die Aussicht, in dem Atelier einen Ort der Inspiration zu finden, an dem sich neue Formen der Reflexion und des kreativen Ausdrucks entdecken und erschließen lassen, die die ErwachsenenbildnerInnen nach Mechernich gelockt hat. „Was wollt Ihr machen?“ – die Fülle der Möglichkeiten vor Ort „erschlägt“ erst einmal. Hermann Kassel kennt dieses Phänomen und bietet als „Rahmen“ und Einstiegshilfe eine leere Leinwand an: 7 x 2 m über die Breite einer ganzen Wand aufgespannt,  Plastikfolie auf dem Boden, Malutensilien der l’art pauvre (arte povera) – Kaffee, Rotwein (Billigsorte) und andere Farbträger der Natur – und im Hintergrund Musik der verschiedensten Stilrichtungen genügen, um aus dem Möglichkeits- einen Ermöglichungsraum zu machen. Am Ende des Tages – ein gemeinsamer schöpferischer Prozess hat begonnen – steht der Entschluss fest: die Leinwand soll auf Reisen gehen, von Projektstandort zu Projektstandort, um dort jeweils für einen Monat ausgestellt und von den Menschen vor Ort weiterbearbeitet zu werden. Das, was zu sehen ist und wie damit nun umgegangen werden soll, dürfte genug Anlass zu Dialog und Auseinandersetzung (auch) mit Wertefragen geben. Eine schöne Nebenwirkung wäre, wenn mit der Leinwand auch die beglückende Erfahrung eines Teilnehmenden die anderen Standorte erreichte: „Aus schöpferischem Tun entsteht Sinn!“ 

Von der Praxis- auf die Meta-Ebene und zurück: Klärungen in einem leeren Raum

„Was ist das Selbst?“ – während die Mitglieder der „Künstler-“ Gruppe auf der Aktions-Ebene „hautnah“ Werte (er-)leben und Rahmen zugleich als Orientierunggeber und als Begrenzer ihres (r) Selbst erfahren, wählt die Theorie-Gruppe den Diskurs auf der Metaebene, um sich als Basis für ihre weitere Projektarbeit grundlegenden Fragestellungen des selbstbestimmten und –gesteuerten Lernens anzunähern. Zur fachlichen Unterstützung hinzugebeten sind Elisabeth Bubolz-Lutz und Annette Mörchen, diesmal nicht als Lernbegleiterinnen sondern in der Expertenrolle. Die Einstiegsfrage eines Teilnehmenden nach dem „Selbst als lernendem System“ vermittelt einen ersten Eindruck von der Komplexität der Thematik: zu unterscheiden ist zwischen Individuum, Gruppe und Organisation. „Lernen“, darüber besteht n der Gruppe Einigkeit, ist im konstruktivistischen Sinne als Gegenbegriff zum „Input“ des Lehrenden als „Intake“ zu interpretieren, der Lernprozess im Projektkontext entsprechend als zielgenerierend und ergebnisoffen. Der anschließende didaktische Diskurs fokussiert zunächst auf das „wozu“ der Selbstbestimmung (gesellschaftlicher Wandel und die Notwendigkeit lebenslangen Lernens, Erhöhung der Lernmotivation u.ä.). In einem zweiten Schritt werden noch einmal die vielfältigen Facetten des „was“, des Gegenstands von „Selbstbestimmung“ in den Blick genommen: Ziele, Inhalte, Methoden, Medien, Zeit/Ort, Rahmen und Ressourcen u.ä. Die parallele Nutzung in der wissenschaftlichen Literatur von – je nach AutorIn – u.a. „selbstbestimmtes“, „selbstgesteuertes“ und „selbstorganisiertes Lernen“ zwing hier zu einem begrifflichen „Kunstgriff“: die gruppeninterne Verständigung auf gemeinsame Arbeitsdefinitionen.

Der Raum, in welchem die Theorie-Gruppe in der „Kulturfabrik“ arbeitet, ist ein zweites, jedoch verlassenes Atelier, in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem von Kassel. Für die theoretische Zugehensweise bietet es einen zwar ungewöhnlichen, jedoch optimalen Rahmen: leer geräumt, die Wände weiß getüncht, große Fenster mit Blick in die Weite, ein paar Alu-Tische und –Stühle zu einer Runde arrangiert, mehrere Flipchart-Bögen an die Wand geheftet und ein Tageslichtprojektor bereit gestellt, erlaubt es die notwendige Konzentration auf die eigenen Themen und Fragen und besitzt so einen Anregungscharakter ganz eigener Art.
Ohne dass die Mitwirkenden der Theorie-Gruppe um das vorausgehende beharrliche Ringen der Projektleiterin um diesen Raum als Teil lernförderlicher Arbeitsvoraussetzungen wissen, widmen sie dem Thema „Rahmen-Bedingungen“ einen Großteil ihres weiteren theoretisches Diskurses über das selbstorganisierte Lernen im Projektkontext. Auch wenn ihre Erkenntnis auf den ersten Blick paradox erscheinen mag: „Selbstorganisation braucht Rahmenbedingungen!“ Rahmen besitzen für die Selbststeuerung und –organisation von Gruppen konstitutive Bedeutung: das Setzen bzw. bewusste Wahr-Nehmen und Nutzen von (vorhandenen) Rahmen und das Wachen über die damit verknüpften „Regeln“ und Begrenzungen bietet Lern- und Initiativgruppen mit „Orientierung“ und „Sicherheit“ genau jene Voraussetzungen, die sie brauchen, um einen Möglichkeitsraum für sich als Ermöglichungsraum zu erschließen und nutzen. Die Förderung des KBE-Projektes durch das BMBF, das Rahmen(!)-Konzept für das Gesamtprojekt und seine (Weiter-)Entwicklung sowie das je spezifische Selbstverständnis der KBE als Projektträgerin und der kooperierenden Bildungseinrichtungen gehören im Projektzusammenhang ebenso zu den Rahmen-Voraussetzungen wie die jeweilige personelle Zusammensetzung der Lernwerkstatt auf Bundesebene und der lokalen Projektwerkstätten, bestehende Kooperationen, Netzwerke und Konkurrenzbeziehungen sowie sozioökonomische und -demographische Voraussetzungen auf der Standortebene.

Am Vortag hatte ein Vergleich der lokalen Zugangsvoraussetzungen z.T. erhebliche Unterschiede erbracht (vgl.o.). Vor diesem Hintergrund tauscht sich die Theorie-Gruppe in Mechernich in einer sehr engagierten Diskussion über Rahmen als „enabling structures“ und die Möglichkeits- und Ermöglichungsräume in „lebens-wert? Lernort Gemeinde ...“ als Forschungs- und Entwicklungsprojekt aus. Im Zentrum ihrer Erörterung stehen jetzt Fragen nach der Auslegung der „von oben“ definierten Rahmenbedingungen und nach dem Umgang mit denselben an den verschiedenen Standorten: „Was sind die Kernvorgaben des Projektes? Werden die Rahmen(bedingungen), die das Projekt setzt, einfach als gegeben hingenommen oder hinterfragt und auf ihre möglichen Spielräume hin ausgelotet? Wie werden sie für die eigene Arbeit genutzt? (Wo) werden Grenzen überschritten? – Und wie, umgekehrt, wann und wo kann bzw. sollte die Lernbegleitung Rahmen setzen, bewusst (transparent) machen, diese als ‚Hüterin’ bewahren und/oder einen Diskurs über diese ermöglichen?“ Am Beispiel von zwei Standorten exemplarisch aufgezogen, führt die vergleichende Diskussion zu einem vertieften Verständnis der jeweils „fremden“ wie auch der eigenen Zugehensweise. „Ein wichtiger Klärungsprozess hat stattgefunden, der“, so ein Mitglied der Lerngruppe, „das subjektive Bild der anderen Standorte geschärft hat und die Bedeutung des Sozialraumes bunter und das eigene Handeln bewusster hat werden lassen.“

„Gemeinsame Entwicklungsaufgaben verlangen kontextspezifische Lösungen“

– eine der zentralen Erkenntnisse, die die Teilnehmenden mit nach Hause nehmen, ist die, dass es in „lebens-wert? Lernort Gemeinde“ statt der "einen wahren" stets nur kontextabhängige Zugehensweisen gibt und geben kann. Eine die Beteiligten in ihrer Arbeit zugleich bestätigende und entlastende Erkenntnis (wenn auch unausgesprochen, deutet sich der Beginn eines Wettstreits unter den Projektstandorten an) und eine Erkenntnis, die den notwendigen Rahmen abgibt für ein selbstorganisiertes Lernen und Gestalten – zielgenerierend und ergebnisoffen.

Bei aller Offenheit - sicher ist:

Die KollegInnen aus den Bildungseinrichtungen haben in den drei Tagen „Feuer gefangen“ und einen neuen Blick für die Bedeutung von Rahm(ung)en und damit auch für unkonventionelle Lernorte und deren Anregungscharakter entwickelt. Bereits im nächsten Workshop will die Lerngruppe ihre Erkundungsreise fortsetzen und sich von neuen Lernorten Gemeinde inspirieren lassen. „Andere Orte versprechen andere Impulse. Die Orte des Lernens und die dort anwesenden Personen haben einen großen Einfluss auf das, was möglich ist.“ „Unkonventionelle ‚Bildungsstätten’ wie das Künstleratelier oder die città slow Hersbruck [s.o.] sind viel lebendiger und authentischer als ein traditioneller Seminarraum. Sie haben zudem Wirkungen über das gesprochene Wort hinaus. Die Möglichkeit des Wahr-Nehmens verleiht dem ‚Hiersein’ eine ganz eigene Qualität.“  Abschließende Erkenntnisse von Teilnehmenden der Lernwerkstatt. Für eine Mitwirkende kommen sie gerade zum rechten Zeitpunkt: „Die herkömmlichen Tagungsorte in den Gemeinden gehen verloren. Vielleicht bedeutet das ja gerade eine Chance für die Weiterentwicklung unserer Bildungsarbeit: vielleicht ist es der notwendige Schubs, der uns zu neuen Lernorten Gemeinde und damit zu ganz neuen Möglichkeiten der Gestaltung von Lernarrangements führt.“

… und hier wird's schon wieder spannend:  

Für Hermann J. Kassel, auch als Gastgeber ein phantasiebegabter Künstler, ist beim Abschied eines klar: Am Ende seiner Reise durch die Standorte wird das Gemeinschaftsbild noch einmal in sein Atelier zurückkehren. Nachdem auch Projekt-/Lernwerkstatt-Leitung und wiss. Begleitung dem Werk ihren jeweils individuellen Stempel aufgedrückt haben, wird er ihm dann gleichsam den „letzten Schliff“ geben. In der Lerngruppe jedoch beginnt es verschiedentlich zu grummeln …


31.08.2007
4. Sitzung der Projektsteuerungsgruppe 

Am 30.06.07 war rein kalendarisch Halbzeit des Projektes – Anlass für die Projektsteuerungsgruppe, ihre Sitzung mit einer Zwischenbilanz des Projektverlaufs zu beginnen:
Besonders beeindruckt zeigt sich die Gruppe von der hohen Motivation und Kompetenz der Projektstandortverantwortlichen, mit der sich letztere in die gemeinsame Entwicklungsarbeit in den Lernwerkstatt-Workshops einbringen. Das Konzept, die Fortbildung auf Bundesebene nach den Prinzipien der Lernprojektierung auszurichten und damit u.a. eine Plattform für ein selbstbestimmtes bzw. –organisiertes Lernen anzubieten, ist bis dato voll aufgegangen.
Sehr zufrieden ist die Projektsteuerungsgruppe auch mit der Arbeit an den Projektstandorten: Wiewohl die Prozesse auf dieser Ebene unterschiedlich weit vorangetrieben sind, lassen sich schon jetzt, den jeweiligen Standortspezifika entsprechend, mehrere viel sprechende Ansätze erkennen. Mit ihrer großen Bandbreite, beginnend auf der einen Seite mit intensiven Wertediskursen und auf der anderen Seite mit konkretem Werte bezogenem Tun, sprechen sie sehr unterschiedliche Zielgruppen an: gute Ausgangsbedingungen auch für künftigen Transfer.
Mit Blick auf die weitere Arbeit konzentriert sich der 2. Teil der Sitzung auf konzeptionelle Vorüberlegungen für die Abschlusstagung und –publikation, die in der Lernwerkstatt und am Runden Tisch fortgesetzt werden sollen.
Alles in allem: Die Zeichen stehen gut für eine erfolgreiche zweite Halbzeit des Projektes.

15.09.2007
Auftakt der Rundreise der Projektleiterin durch die Projektstandorte

Die Berichte der KollegInnen über ihre Arbeit in den Projektstandorten bieten eine Sichtweise, das eigene Erleben eine andere: Zur Gesamtkonzeption des Projektes „lebens-wert? Lernort Gemeinde“ gehören Standortbesuche sowohl der Projektleiterin als auch der wissenschaftlichen Begleitung. Sie erlauben noch einmal einen ganz neuen Blick auf die lokalen (Rahmen-) Bedingungen, „Vier-Augen-Gespräche“ mit den Standortverantwortlichen und auch einen direkten Kontakt mit weiteren lokalen Projektbeteiligten.

Zum Auftakt ihrer Rundreise durch die sieben Projektstandorte folgt die Projektleiterin einer Einladung des Standortes Externer Link, ffnet in neuem FensterLindlar zu einem ganztägigen Projektwerkstatt-Workshop in die nahe gelegene Externer Link, ffnet in neuem FensterMalteser Kommende nach Ehreshoven. Hier – exemplarisch für die Reise – ein kurzer Bericht über Eindrücke von der ersten Station:

Im Anschluss an eine längere Phase mit intensiven Wertediskursen haben in Lindlar die Mitglieder der lokalen Projektwerkstatt eine größere Zahl von Projektideen entwickelt. In dem Workshop stellen sie sich eine bunte Palette von  Vorhaben gegenseitig vor und diskutieren sie im KollegInnenkreis. Die Ideen reichen von der Einrichtung eines Fair-Cafés als Kompetenzbörse und sozialem Treffpunkt über die Anlage eines Lehr- und Erholungs-Biotops ("Garten der Sinne") und die Etablierung eines intergenerativen Spiele-Treffs bis hin zum Aufbau eines Netzwerks der Projekt-InitiatorInnen, das die Kompetenzen der Projektwerkstatt-Gruppe auch über das Projektende hinaus zusammenhalten und über entsprechende Synergie-Effekte mehren soll. 

Fast alle Mitglieder der insgesamt 25 umfassenden Gesamtgruppe haben sich an diesem Samstag freigemacht, um für ihr jeweiliges „Herzensanliegen“ zunächst einmal gruppenintern MitstreiterInnen zu gewinnen. Aus den Präsentationen an diesem Tag sprechen viel Liebe und Engagementbereitschaft für das, was ihnen, dem Kriminalbeamten, der Marktforscherin, dem Arzt, der Dipl. Sozialarbeiterin, dem Schreiner u. Designer, der Dipl. Theologin (derzeit Arbeitsvermittlerin bei einer Arge), dem Ex-Unternehmer, der Lehrerin etc. "etwas wert" ist. Damit die „Samenkörner“ auch aufgehen, nutzen sie einen Teil des Tages, um in Projekte bezogenen Arbeitsgruppen kollegial zu beraten, was jeweils die nächsten Schritte sind.

Die Projektleiterin hat an diesem Tag das Glück, Zeugin zu sein, wie Bürgerinnen und Bürger nach dem Sprechen darüber, was ihnen wichtig und wert-voll ist, nun den zweiten Schritt beginnen auf ihrem Weg als MitstreiterInnen für ein „lebenswertes Lindlar“. Der Workshop in Ehreshoven ist so gesehen zugleich der Start einer ganzen Serie von AG-Treffen, verteilt über die kommenden Monate bis in das Jahr 2008 hinein. – Am Ende des Tages,  sammeln Willi Broich und Dr. Philipp Wittmann, die beiden Standortverantwortlichen Wünsche für die nächste gemeinsame Projektwerkstattzusammenkunft. Bei ihrem Abschied wünscht die Projektleiterin weiter viel Freude und auch den nötigen Erfolg – und bekommt gleich auch eine Aufgabe mit auf den Weg: zu klären, ob und wie sie bei ihrer Arbeit versichert sind bzw. sich versichern lassen können.

17./18.09.2007
"lebens-wert? Lernort Gemeinde" beim KBE-Jubiläum

Die Feierlichkeiten anlässlich des Interner LinkKBE-Jubiläums, der Festakt und das sich anschließende ganztägige Fachforum "Was hält unsere Gesellschaft zusammen?", bieten dem Projekt eine gute Gelegenheit, sich einem breiten Publikum (ca. 300 Gäste) zu präsentieren. Eigens für diesen Anlass und andere Großveranstaltungen entworfen, ist das die Köpfe überragende Projekt-Banner (im Messedeutsch: „Roll-up“) ein "Hingucker", vor dem viele Besucher interessiert stehen bleiben, um sich über „lebens-wert? Lernort Gemeinde“ erste Informationen einzuholen. Wer genaueres wissen möchte, erfährt Details im Projektflyer, der Externer Link, ffnet in neuem FensterDokumentation der 1. Fachtagung wie auch im persönlichen Gespräch mit Projektmitwirkenden (zusammen mit der Projektleiterin mischen sich insgesamt 10 Beteiligte unter das Publikum). Die Wiederholung der Stempelaktion „Ich bin wertvoll“ aus der Fachtagung, vom Moderator des Fachforums, Dr. Thomé, mit „Sie werden heute abgestempelt“ angekündigt, lockt dann noch einmal zusätzlich Interessierte an den „Stand“, wo sie sich schriftliche Erläuterungen auch zu dieser das Projekt begleitenden Aktion des Künstlers Hermann J Kassel geben lassen: "ich bin wertvoll" ist (auch) ein Impuls, sich der eigenen Verantwortung bewusst zu werden und zu stellen (Interner LinkErläuterungen KasselInterner LinkÜberlegungen Dr. Thomé) - und damit zugleich eine von vielen Antworten auf die Leitfrage des Fachforums am 18.9.: "Was hält unsere Gesellschaft zusammen?" 

31.10.2007
Einladung der KBE an den Runden Tisch der UN-Dekade BNE

Nachdem die Projektleiterin von "lebens-wert? Lernort Gemeinde" im Februar dieses Jahres in die AG "Außerschulische und Weiterbildung" aufgenommen worden ist, ist nun seitens der Deutschen UNESCO-Kommission an die KBE die offizielle Einladung ergangen, sich auch am Runden Tisch als einem der zentralen Gremien der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" zu beteiligen.
Dieser versammelt einmal im Jahr etwa 100 VertreterInnen von Organisationen, Institutionen, Verbänden, Unternehmen etc., die im Bereich der BNE aktiv sind. Rolle des Runden Tisches ist es, inhaltliche und strategische Impulse für die Umsetzung der Dekade zu geben, die Vernetzung der Akteure voran zu treiben sowie mögliche gemeinsame Vorhaben zu identifizieren.

14./15.11.2007
4. Sitzung des Runden Tisches des KBE-Projektes "lebens-wert? ..."

Knapp sieben Monate und die „Abschlusstagung“ steht ins Haus – keine Frage, worauf die Projektleitung einen besonderen Fokus legen würde. Zuvor jedoch gilt es einen differenzierten Blick auf den bisherigen Projektverlauf zu werfen:
Projektleiterin, Standortverantwortliche/ Mitwirkende der Lernwerkstatt und wissenschaftliche Begleitung berichten aus ihrer jeweiligen Perspektive. Besondere Würdigung erfährt diesmal die Entwicklung der Arbeit an den Projektstandorten. Mit großem Interesse wird u.a. registriert, dass die Offenheit des Ansatzes es den Standortverantwortlichen erlaubt (hat), jeweils die Einfädelungsstrategie zu wählen, die den lokalen Gegebenheiten am ehesten entspricht. Zu den Resultaten gehört nicht zuletzt eine große Bandbreite von Einfädelungsstrategien, die von Standort zu Standort z.T. sehr unterschiedliche Zielgruppen anspricht: von der „bürgerlichen Mittelschicht“ bis hin zu solchen Menschen, die in der Fachwelt als eher „bildungsfern bzw. –benachteiligt“ bezeichnet werden. Mit großer Freude wird zudem registriert, mit welcher Kreativität und mit welchem Engagement vor Ort die Arbeiten vorangetrieben werden.

Bei den konzeptionellen Beratungen für die Fachtagung Anfang Juni 2008 besteht schnell Einigkeit: es soll eine Perspektiv-Werkstatt und keine „Abschlusstagung“ werden. Unter dem Titel „ ‚Lernort Gemeinde’: ein neues Format institutioneller Erwachsenenbildung?“ sollen gemeinsam mit VertreterInnen der Erwachsenenbildung und der Bildungspolitik Konturen eines Formates der Weiterbildung herausgefiltert und weitergedacht werden, an dem bis zur Tagung im Projekt in unterschiedlichen Kontexten auf Bundes- und Gemeindeebene gearbeitet worden ist. Dazu gilt es, ausreichend Gelegenheit(en) zu schaffen, die gelebte Projektpraxis und hier das Gemeinsame in der Vielfalt zu erschließen – und es bedarf eines theoriebezogenen Inputs zur Verallgemeinerung. Beides – die Eindrücke aus der Praxis und das Interpretationsangebot – sollen in einem zweiten Schritt aus verschiedenen Perspektiven „quergebürstet“ werden. Abschließend wird mit VertreterInnen von Erwachsenenbildungsverbänden und aus dem Bereich der Bildungspolitik die Frage zu erörtern sein, wie „Lernort Gemeinde“ auf den Weg „in die Breite“ zu bringen sein wird.
>> Das Konzept einer Fachtagung, die sehr spannend werden kann – und die es nun schrittweise fortzuentwickeln gilt: es gibt noch viel zu tun …

28.11.2007
Mitwirkung am Runden Tisch der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“

Der diesjährige Runde Tisch hat das Motto „Aus der Findungs- in die Konkretisierungsphase“.  Für die KBE nimmt als institutionelle Vertreterin an der eintägigen Sitzung die Projektleiterin von „lebens-wert? Lernort Gemeinde“ teil (vgl. Eintrag vom 31.10.07).
Im Fokus der Veranstaltung steht die Frage, wie sich BNE bundesweit noch stärker in die Breite tragen lässt. Auch wird diskutiert, welche Rolle dem Runden Tisch und der dort versammelten Expertise von Seiten des Nationalen Kommitees bislang zugedacht ist und welche er in Zukunft einnehmen könnte. Mit Freude wird die Nachricht aufgenommen, dass Bonn von der UNESCO ausersehen worden ist, Ende März 2009 Austragungsort einer internationalen Konferenz zur Halbzeit der UN-Dekade BNE zu sein. Der Runde Tisch will sich an den Vorbereitungsarbeiten beteiligen.

05.12.2007
Auftakt der wechselseitigen Projektstandortbesuche

18.30 Uhr, Externer Link, ffnet in neuem FensterLingen/ Holthausen-Biene: Im Sitzungsraum der Gemeinde tagt ein fraktionsübergreifender Arbeitskreis, der für den Ortsrat die lokalen Aktivitäten von "l(i)ebens-wert? Lernort Gemeinde" begleitet. Auf den Tischen liegt eine Kopie „Antrag an den Ortsrat“ – darin heißt es in schönem Amtsdeutsch „Nach der Begehung …“. Nichts Ungewöhnliches – stünde da nicht am Ende „In Vertretung der Skaterprojektgruppe …“ und dahinter Namen von skater-begeisterten Kindern und Jugendlichen, die innerhalb weniger Monate Schritt für Schritt gelernt haben, sich im politischen Raum zu bewegen, um sich für ihre Interessen einzusetzen.

Von der Skaterprojektgruppe ist heute ebenso wie von der Schülerbus-Initiative, dem Alleinerziehenden-Treff, der Lesepaten-Gruppe und auch dem Projekt „Neugeborenen-Begrüßung“ mehrfach die Rede: sie haben sich rund um das „Externer Link, ffnet in neuem FensterZukunftsbüro Wabe“, eine offene Ansprech-, Beratungs-, Kontakt- und Vernetzungsstelle, gebildet, das als Teil der lokalen Konzeptumsetzung von "lebens-wert? Lernort Gemeinde" mitten im Ort in Räumlichkeiten der Kommune seinen Platz gefunden hat. Die Wabe ist Ziel der ganztägigen Exkursion einer Delegation aus dem Projektstandort Externer Link, ffnet in neuem FensterLindlar, die sich von ihrem Besuch in Holthausen-Biene neue Inspiration und Anregungen für die eigene Arbeit verspricht.

Im KBE-Projektantrag an das Bundesministerium ist eher trocken von  regionalen peer-group-Treffen die Rede: die Standortverantwortlichen sollen (auch) außerhalb der Lernwerkstatt-Tagungen gezielt den kollegialen Austausch suchen. Die GastgeberInnen in der Wabe warten jedoch mit einer Überraschung auf: sie haben für die Delegation aus Lindlar, den beiden Standortverantwortlichen und einer Teilnehmervertretung der lokalen Projektwerkstatt, ein spannendes Programm ausgearbeitet mit einer facettenreichen Mischung von Ortserkundung, Begegnung und Reflexion:
Auf die Begegnung mit Mutter-Kind-Gruppenleiterinnen, die mit Unterstützung der Wabe u.a. das Projekt „Neugeborenen-Begrüßung“ aus der Taufe gehoben haben, folgt ein Gespräch mit dem Ortsbürgermeister und einem Mitglied des Arbeitskreises Ortsrat: hier geht es um den Ansatz der „Hilfe zur Selbsthilfe“, die Interessen, die die Kommune mit der Förderung des Engagements der Wabe verknüpft und die Frage, wie die Fortsetzung der Arbeit des Zukunftsbüros auch nach Projektende finanziell sichergestellt werden kann.
Ein geführter Spaziergang durch die Gemeinde bietet den Gästen die notwendigen Hintergrundinformationen zum Leben und Arbeiten in Holthausen-Biene vis-à-vis einer größen Öl-Raffinerie und eines Kernkraft-Meilers. Dann warten auf die Besucher Kaffee, Kuchen und als „Sahne-Häubchen“ zwei Mitglieder des lokalen „Beobachtertisches“ (einer Art Runder Tisch), die evangelische Pastorin, die die Arbeit tatkräftig unterstützt sowie VertreterInnen fast aller rund um die Wabe entstandenen Gruppen und Initiativen. Schade, dass die Skater nicht dabei sind – sie hätten die Schule schwänzen müssen …  
Eine ausführliche Vorstellungsrunde zeigt die große Bandbreite des lokalen Engagements, das von der Wabe begleitet wird, und  sie macht auch deutlich, mit wie viel Engagement die Freiwilligen bei „ihrer“ Sache sind. Die ersten Rückfragen aus Holthausen-Biene zeigen dann, auch auf ihrer Seite möchte man aus dieser Begegnung etwas für die eigene Arbeit lernen!    

Beim Abschied haben sich die „Bienen“ als GastgeberInnen ein dickes Lob verdient, noch ein dickes Lob, denn ihr Einsatz ist zuvor schon mehrfach hervorgehoben worden, nicht zuletzt vom Ortsbürgermeister, der als kleine Anerkennung eine dicke Kerze überreicht. Wenn auch nicht als Lotto-Millionäre so doch um sehr wertvolle Erfahrungen reicher kehrt „Lindlar“ nach Hause zurück: „so ein Büro, mitten im Ort als zentrale Anlauf- und Kontaktstelle und als ‚Ermöglichungsraum’  wäre schon eine feine Sache“ – jetzt heißt es in Lindlar u.a. zu lernen, wie sich  Sponsoren gewinnen lassen, denn das Stadtsäckel ist in Lindlar leider leer…

… Dass es diesen kleinen exemplarischen Bericht über die Begegnung zweier Projektstandorte gibt, ist übrigens der großen Neugier der Projektleiterin zu verdanken: vom Programm der Begegnung verführt, hatte sie angefragt, ob sie bescheiden im Hintergrund "Mäuschen spielen" und teilhaben dürfe.  

09.01.2008
4. Sitzung der Projektsteuerungsgruppe

Schwerpunkte der Sitzung sind wechselseitige Berichte von wiss. Begleitung und Projektleitung über ihre jeweiligen Projektstandortbesuche sowie die Beteiligung am 1. Austausch- und Vernetzungstreffen zweier Projektstandorte (vgl. Eintrag 5.12.2007), Grundlinien des Zwischenberichts an das BMBF für das Jahr 2007, erste Detailplanungen für die 2. Fachtagung (Perspektiv-Werkstatt) am 05./06.06.2008 sowie erste konzeptionelle Vorüberlegungen für den gemeinsamen Auswertungs- und Abschlussworkshop von Lernwerkstatt und Rundem Tisch am 25./26.06.2008.
Der Verlauf des Projektes im Jahr 2007 wird von der Projektsteuerungsgruppe als sehr positiv eingeschätzt und lässt sie erwartungsfroh das neue Projektjahr beginnen. 

10.01.2008
Einladung zur 2. Fachtagung am 5./6.06.2008

Ca. 6 Monate vor Abschluss des Projektes soll in einer Perspektiv-Werkstatt mit VertreterInnen der Erwachsenenbildung und der Bildungspolitik der Frage nachgegangen werden: " 'Lernort Gemeinde': ein neues Format institutioneller Erwachsenenbildung?" Zugrunde gelegt werden Beispiele und Erfahrungen aus 7 Projektstandorten sowie der Lernwerkstatt auf Bundesebene und Ergebnisse der wissenschaftlichen Evaluation.
Die Einladung erfolgt via Interner LinkInternet sowie über den bundesweiten Versand von Tagungsflyern.

20./21.02.2008
5. Sitzung des Runden Tisches im KSI in Bad Honnef

Gerade hat ein Mitglied des Runden Tisches laut darüber nachgedacht, was das Projekt wohl mit den beteiligten Erwachsenenbildungseinrichtungen und  Verbänden (insgesamt) macht - schon ist es um eine Aufgabe reicher: „Wollen Sie nicht zu genau dieser Fragestellung einen eigenen kleinen Beitrag schreiben?!!“ Und wie hier bei dieser Thematik „schlägt“ die Projektleiterin gleich mehrfach „zu“: Im Zentrum der vorletzten Sitzung des Runden Tisches stehen konzeptionelle Überlegungen für die geplante Publikation zum Abschluss des Projektes: Zu welchem Zweck soll es diese Veröffentlichung geben, wer werden dementsprechend ihre LeserInnen sein, welche unterschiedlichen Zugänge zu solcherart Veröffentlichungen lassen sich prinzipiell unterscheiden, wie gehen wir selbst damit um  – und welche konzeptionellen Konsequenzen ergeben sich daraus: inhaltlich, ästhetisch, mit Blick auf  Struktur/ Aufbau?

Erste strukturell-inhaltliche Vorüberlegungen gab es bereits in einer Projektsteuerungssitzung und im letzten Lernwerkstatt-Workshop.  Hieran anknüpfend haben in einer internen Vorbesprechung die Lernwerkstatt-VertreterInnen am Runden Tisch (Teilnehmende und Leitung) sowie Prof. Schäffter als Vertreter der wissenschaftlichen Begleitung Leitfragen in Form einer Mind-map gesammelt; zusammengenommen soll(en) sie als eine Art „roter Faden“ für die VerfasserInnen der Projektstandort-Beiträge im Praxisteil der Publikation dienen. Jetzt kommt das Konzept für die Standortdarstellung auf den Prüfstand: „(Wie) Passt es in das Gesamtkonzept?“ – die ExpertInnen des Runden Tisches sind heute nicht „nur“ kreative IdeengeberInnen gefragt; als potenzielle LeserInnen bilden sie gleichzeitig ein wichtiges Korrektiv.

Auch eine erste Idee für die ästhetische Gestaltung wurde in der Vorbesprechung entwickelt; die Projektleiterin stellt sie am Runden Tisch zur Diskussion: zentrale Begrifflichkeiten aus dem Projekt wie „Gestaltungskompetenz“, „Sozialraumorientierung“ u.ä. sollen künstlerisch umgesetzt werden und künftig als markante "Eye-Catcher" das Interesse der LeserInnen wecken. Bleibt die Frage: wer soll diese Umsetzung, die zugleich eine anspruchsvolle Form der Übersetzung darstellt, übernehmen? Zwei Alternativen stehen im Raum: ein Auftrag an Hermann J Kassel, den Künstler, der am Runden Tisch das Projekt begleitet – oder aber: es finden sich unter den Mitwirkenden der Lernwerkstatt genügend Interessierte, die sich selbst der Herausforderung stellen, in einem professionell angeleiteten Druck-Workshop, die ausgewählten Begriffe soweit zu abstrahieren und „auf den Punkt“ zu bringen, dass sie sich mit einem einfachen Druckverfahren ähnlich dem Linoldruck ausdru(e)cken lassen. Die Verantwortliche für den Projektstandort Weeze, von der dieser Vorschlag stammt, hat mit diesem Verfahren schon viele positive Erfahrungen gesammelt – auch in der eigenen Projektwerkstatt mit den Teilnehmenden aus Weeze und Aldekerk: sie haben den Begriff „Wert(e)“ mit „Herzensangelegenheiten“ übersetzt und dazu beeindruckende Drucke gestaltet. Beide Alternativen klingen verlockend – und damit wächst die Spannung, welche in den nächsten Wochen den „Zuschlag“ erhalten wird.


29.02.2008
Fachtagung ausgebucht

Mit dem Tag des Anmeldeschlusses ist die Perspektiv-Werkstatt „Lernort Gemeinde: ein neues Format institutioneller Erwachsenenbildung?“ ausgebucht, um genau zu sein: „überbucht“. Ein Anruf beim Tagungshaus und das Kontingent kann noch etwas aufgestockt werden – und ein bisschen „überbuchen“: das Risiko müssen wir einfach der Sache wegen eingehen. Die, die sich jetzt noch anmelden, werden mit einem Platz auf der Warteliste vertröstet.


20.04.2008
Die Projektidee zieht Kreise

Das Interesse am Projekt zieht immer weitere Kreise – auch über Deutschlands Grenzen hinaus. Die Anfragen kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen – hier nur 3 Beispiele:
Eingeladen in einen Workshop der Hochschule für öffentliche Verwaltung (Ludwigsburg) macht eine Projektmitarbeiterin gleich zu Beginn des Jahres angehende KommunalbeamtInnen in Baden-Württemberg mit dem werteorientierten  Partizipation fördernden Ansatz von „Lernort Gemeinde“ bekannt. Zwei Monate später stellt ein anderer Projektmitarbeiter das Projekt auf der jährlichen Regionalkonferenz des Landes Salzburg und der AG Salzburger Erwachsenenbildung vor – und Ende März wird die Projektleiterin 1,5 Std. lang zum Thema „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) interviewt. Ihre Antworten sollen mit in ein Gutachten einfließen, das Teil der Basis sein wird  für den Fortschrittsbericht der Bundesregierung zur BNE.

05./06.06.2008
Perspektiv-Werkstatt "Lernort Gemeinde: ein neues Format institutioneller Erwachsenenbildung?"

Aufbruchstimmung gehörte zu den wesentlichen Merkmalen der Perspektiv-Werkstatt „ ‚Lernort Gemeinde’ ..." ebenso wie gespannte Aufmerksamkeit, engagierter Erfahrungsaustausch und theoretische Diskussionen auf hohem Niveau. Die zweite Fachtagung des KBE-Projektes „lebens-wert? Lernort Gemeinde“, zu der sich rund 100 Teilnehmende aus Weiterbildungseinrichtungen und –verbänden sowie aus Politik und Verwaltung angemeldet hatten, war bewusst nicht als „Abschlusstagung“ sondern als Perspektiv-Werkstatt konzipiert. Im Zentrum standen Zwischenergebnisse aus der Projektarbeit auf Bundes- und auf Standortebene, vielfältige Formen der Konzeptrealisierung, ein reicher Erfahrungsschatz und mit der Frage nach den Charakteristika des Formats „Lernort Gemeinde“ auch die nach den Möglichkeiten, die sich damit für die Weiterbildung auftun, nach Voraussetzungen, Auswirkungen und Grenzen seiner Übertragung.

Auf die Begrüßung durch den KBE-Bundesgeschäftsführer, das Grußwort von Frau Dr. Schubert (BMBF), in welchem sie dem Ansatz von „Lernort Gemeinde“ als einem besonderen Beitrag zum Lebenslangen Lernen und zur Bildung für nachhaltige Entwicklung möglichst weite Verbreitung wünschte, und auf die Einführung der Projektleiterin in die Grundlinien des Projekts folgte eine bunte Mischung von (Lern-) Settings. Diese waren – wie das Gesamtprojekt – auf Partizipation und Teilhabe, einem der zentralen Werte von Lernort Gemeinde ausgelegt. „Honig saugen und Honig spenden“ lautete dementsprechend das Motto, unter welchem die Tagungsteilnehmenden, spürbar engagiert, aus ihren jeweiligen Blickwinkeln und vor dem Hintergrund ihrer eigenen Rahmenbedingungen die Chancen und Möglichkeiten und damit die Zukunftsfähigkeit von „Lernort Gemeinde“ ausloteten und mit eigenen Anregungen zugleich beförderten. Es war als sei ein wenig von der „Erotik des Lernens“ und dem „Bildungseros“, die ein Teilnehmer in der Lernwerkstatt erfahren hatte, nun auch auf die Fachtagung „übergeschwappt“.

„Werte machen Beine“: Zusammen mit dem Format-Begriff, den Prof. Schäffter zum Vergnügen der Teilnehmenden mit einem medientheoretischen Querverweis auf das TV-Format der „Tatort-“ Serie einführte, und „Lernort Gemeinde“, hier in seiner doppelten Bedeutung als innovatives Erwachsenenbildungskonzept und als „Anlass“ und Impulsgeber für ein gemeinsames selbstbestimmtes Lernen und Handeln fand die Werteorientierung erneut das besondere Interesse des Fachpublikums. „Was ist mir etwas wert? Was ist mir so wichtig, dass ich meine Zeit und Energien dafür einsetzen möchte?“ – diese Frage, von Martin Thomé den Teilnehmenden der ersten Fachtagung als Leitfrage mit auf den Weg gegeben, hat sich seither in der Praxis des Projektes zu einer Art Schlüsselfrage entwickelt – zu einer Frage, die Menschen aus den unterschiedlichsten sozialen Milieus Orientierung gibt und sie gleichzeitig als wichtige Quelle der Motivation zu Engagement und Lernen / Kompetenzentwicklung beflügelt.

Wird die Arbeit an den verschiedenen Standorten auch nach Projektende und damit dem Wegfall der finanziellen Förderung durch das BMBF fortgeführt werden (können)? Für auf Innovation ausgelegte Projekte ist diese regelmäßig gestellte Frage eine wichtige Nagelprobe. So unterschiedlich die Ansätze, wie das Basiskonzept von Lernort Gemeinde in den verschiedenen Projektstandorten realisiert worden ist, so vielfältig sind auch die vorgestellten Wege, auf welchen das Projekt jeweils seine Fortsetzung finden und weiterwirken wird – bis in die unterschiedlichen Verbandsstrukturen und deren Weiterentwicklung hinein . An zwei Standorten haben sich bereits neue finanzielle Förderer gefunden – in einem Fall ist die Kommune, in einem anderen Fall die Bildungseinrichtung selbst so von dem Konzept überzeugt, dass sie die Finanzierung für weitere zwei bzw. drei Jahre übernommen haben. Auch Eugen Gehlenborg, Vertreter des niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, zeigte sich sehr angetan von „Lernort Gemeinde“: „Solche Edelsteine brauchen nun noch die richtige Fassung!“ Wie eine solche „Fassung“ etwa in Form neu angepasster finanzieller Förderstrukturen konkret aussehen könnte, daran werde, so Gehlenborg, gerade in seinem Ministerium gearbeitet – ein Hinweis von der Länderseite, die alle im Plenum noch einmal besonders aufhorchen ließ. 

29.08.2008
Dokumentation der Perspektiv-Werkstatt (2. Fachtagung) online 

Auf nachdrückliches Bitten von Teilnehmerseite entstanden, ist die Interner LinkDokumentation der Perspektiv-Werkstatt "Lernort Gemeinde: ein neues Format institutioneller Erwachsenenbildung"zugleich als Dank an alle Mitwirkenden und als Anregung gedacht: Sie richtet sich an all jene Weiterbildner(innen) und Weiterbildungseinrichtungen, die auf der Suche sind nach zukunftsfähigen Konzepten für die eigene Arbeit vor Ort in ihren Gemeinden und die sich öffnen (wollen) für alltagsgebundene werteorientierte Ansätze eines Lernens im Lebenslauf, von denen sich an den sieben Projektstandorten Menschen aus unterschiedlichsten sozialen Milieus und verschiedensten Generationen (haben) ansprechen lassen.

Mit einem Klick auf einen der Beiträge in der Interner LinkÜbersicht lässt sich (noch einmal) nachlesen, welche Eckpunkte das Format „Lernort Gemeinde“ kennzeichnet, wie ein Professor dazu kommt, Parallelen zwischen „Lernort Gemeinde“ und der ARD-Tatort-Serie aufzuzeigen, wie aus der Leitfrage „Was ist mir etwas wert und was ist es mir wert?“ eine zentrale Schlüsselfrage geworden ist und weshalb eine Kollegin überzeugt ist, dass es nach "Lernort Gemeinde" kein „zurück“ mehr geben kann -  u.v.ä.m.  

31.12.2008
Formaler Abschluss des KBE-Projekts

Am 31.12.2008 endet das KBE-Projekt "lebens-wert? Lernort Gemeinde" und seine Förderung durch das BMBF. NICHT endet die Arbeit an den Projektstandorten - im Gegenteil: hier geht die Saat immer weiter auf. NICHT enden die Arbeit mit dem Konzept und seine Verbreitung: Die Idee ist angekommen und hat viele angesteckt - auch über die Mitgliedseinrichtungen der KBE hinaus. Die redaktionellen Arbeiten an der Publikation "Lernort Gemeinde. Ein neues Format der Erwachsenenbildung" stehen kurz vor ihrem Abschluss; sie wird im W.Bertelsmann Verlag erscheinen. Sie sei hiermit schon einmal empfohlen als eine nachhaltige Investition.    

Allen Beteiligten, die das Projekt ermöglicht und zu seinem Erfolg beigetragen haben, auch von dieser Stelle noch einmal ein herzliches Danke - und viel Freude und Erfolg für die weitere Arbeit!

07.04.2009
Publikation zum Abschluss des Projekts liegt vor : "Lernort Gemeinde"

Die Publikation "Lernort Gemeinde. Ein neues Format der Erwachsenenbildung" liegt vor - hier können interessierte Leser Externer Link, ffnet in neuem Fensterschon einmal drin blättern und hier finden Sie weitere Interner LinkInfos und einen Link zum Online-Bestellformular

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