Die Konzeption

Lernerfolgskontrolle sollte nicht nur in der Form benoteter Leistungstests erfolgen, wie sie aus dem schulischen Bereich und primär zu Selektionszwecken bekannt sind. Es bietet sich eine Vielzahl unterschiedlicher Formen an, Verfahren wie Lerntagebuch, Portfolio, Fallanalyse oder Probehandeln erweitern das Spektrum. Gemeinsam muss ihnen allen der enge Zusammenhang zu seminar-spezifischen Lernzielen sein. Diese sind Basis für alle Formen von Lernerfolgskontrollen und bezwecken, den Grad des Erwerbs der im Seminar angestrebten Kompetenzen zu erfassen.

Im alltäglichen Diskurs wird Lernerfolgskontrolle in erster Linie mit Fremdbewertung, mit Benotung und Selektion ("bestanden - nicht bestanden") assoziiert. Nur am Rand kommt ihre Funktion als kriteriengestützte Selbstevaluation in den Blickpunkt. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil selbstregulierten Lernens. Das schließt nämlich neben der Durchführung des Lernprozesses in seinem Ablauf auch die zunächst angeleitete und dann zunehmend vom Teilnehmenden eigenständig durchgeführte Kontrolle ein. Selbstbewertung (self controlling) stellt die unabdingbare Voraussetzung für den Ausbau vorhandener Lernstärken und den Erwerb neuer Lernstrategien dar.

Das Vorgehen
Im Vorfeld werden narrative Interviews mit dem Ziel geführt, die Kursleiter-Einstellungen zur "Lernerfolgskontrolle" zu erheben. Parallel dazu bereiten die beteiligten Kursleitenden ihre Strukturplanungen für ihre Erprobungsseminare vor.

Im Zentrum der Qualifizierungstagung vom 6. – 10. Februar 2006 in Trier stehen Vorstellung und Analyse unterschiedlicher Formen der Lernerfolgskontrolle, Beratung und Entscheidung darüber, welche Form der Lernerfolgkontrolle am besten zur jeweiligen didaktischen Strukturplanung paßt sowie die zu erwartenden Auswirkungen für die Lerner.

Zwischen März und Juni 2006 findet die erste Erprobungsphase in den Bildungseinrichtungen statt, die wissenschaftlich begleitet und ausgewertet wird.

Die Zwischenauswertungstagung vom 1. – 3. Juli 2006 arbeitet die erhobenen Daten auf und dient zugleich der Vorbereitung der zweiten Staffel von Erprobungsseminaren mit dem Ziel, noch vorhandene Defizite im Einsatz von Lernerfolgskontrollen zu beheben.

Eine dreitägige Schlussauswertung ist für Januar 2007 vorgesehen. Sie dient der Konzeption und Redaktion einer Handreichung für die Praxis der Erwachsenenbildung.

Die Ergebnisse des Projekts werden in einer bundesweiten Tagung der Öffentlichkeit vorgestellt.

 

 

 

 

 

 

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